76
■
•
Bedeutung der Bezeichnungen „Phenyl" und „Phenylen".
CH„
-CH,
OH
Dimethyl-1.2-oxy-4-benzen
CB,
NO.
CH,
Trimethyl-1.3'.5-oxy-2-benxen
0-C.H.
CH 2 (OH
OH
Methyl-l-methylol-3-nitro-6-oxy-4-äthoxy-2-benxsn
In diesen Beispielen ist für den Stammkohlenwasserstoff C 6 H 6 der in Deutsch-land bisher allein übliche Name ,,Benzol" nicht beibehalten worden, sondern durchden Namen „Benzen" ersetzt; vgl. hierüber S. 101. Es ist ferner entsprechend denBeschlüssen des Genfer Congresses die Gruppe NH 2 nicht wie bisher als „Amido-",sondern als „j4.OTmo-"Gruppe bezeichnet.
In den folgenden Kapiteln dieses Lehrbuchs sollen die nach diesenPrincipien gebildeten Namen — soweit möglich — neben den bisherüblichen Namen in Gursivschrift mitgetheilt werden.
Um für die Verbindungen Namen zu bilden, welche mehrere Benzol-kerne durch Mittelgruppen vereinigt enthalten, wendet man für das ein-werthige Radical C 6 H 6 —, welches aus einem Benzolmolecül durch Fort-nahme eines Wasserstoffatoms entsteht, seit längerer Zeit schon dieauch vom G-enfer Congress beibehaltene Bezeichnung „Phenyl" an.Allgemein bezeichnet man die einwerthigen aromatischen Kohlenwasser-stoffreste nach einem Vorschlag von Bambebgee 1 als „Alphyl-Radicale".Um die Stellung in mehrkernigen Verbindungen bezeichnen zu können,versieht man die Indices des einen Benzolkerns mit Accenten, z. B.:
Diphenylamin:
i)—NH-
Die zweiwerthigen Badicale C 6 H 4 < nennt man „Phenylen"; soerklären sich Namen, wie:
NH,
NH,
Orthophenylendiamin
NH,
Metaphenylendiamin
NH 2
NH 2Paraphenylendiamin.
Regelmässigkeiten, welche für den Eintritt der Substituentenund ihre wechselseitige Wirkung bestehen.
Wenn in ein Substitutionsprodukt des Benzols weitere Substituenteneingeführt werden, so wird der von dem neuen Substituens aufgesuchteOrt durch die Natur der schon vorhandenen Substituenten bestimmt. Fürden einfachsten Fall — die Bildung eines Diderivats aus einemMonoderivat — haben sich gewisse Regelmässigkeiten herausgestellt.
1 Privatmittheilung.