Trennungsgang der Schwefelammoniumgruppe
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Zur Scheidung innerhalb der Schwefelammoniumgruppe be-nutzt man in der qualitativen Analyse verschiedene Eigenschaften, die in einerkurzen Tabelle auf S. 270 zunächst zusammengefaßt sein mögen unter Hinweisauf die früher zur Kenntnis dieser Eigenschaften angestellten Versuche.
Die üblichen Methoden, die zur Trennung innerhalb derSchwefelammoniumgruppe Anwendung finden, sind in der Tafel V imAnhang unter I — III schematisch dargestellt. Die genauste undgleichzeitig am raschesten zum Ziele führende Methode ist unterder Bezeichnung Wasserstoffsuperoxydmethode zum ersten Male inder ersten Auflage dieses Buches, und in verbesserter Form vonE. Eblee veröffentlicht. 1 Sie soll im folgenden genau beschriebenwerden.
P
Trennung der Metalle der Schwefelammoniumgruppe.
Wasserstoffsupcroxydnicthode.
Man übe diese Methode ein mit höchstens 1 g einer selbst be-reiteten Mischung der Salze des Eisens, Aluminiums, Chroms, Kobalts,Nickels, Zinks, Mangans, die man zunächst in Wasser löse, mitAmmoniak und Schwefelammonium nach S. 88 als Schwefelmetallebzw. Hydroxyde fälle und auswasche. 2
Vorproben: Mit kleinen Mengen des erhaltenen Niederschlages führe manzunächst die folgenden Vorproben aus.
1. Man erhitze eine ganz kleine Probe mit Bleisuperoxyd oder Mennige undSalpetersäure. Vorprobe auf Mangan, die kaum versagt, wenn man langegenug kocht (S. 236).
2. Man versetze eine kleine Probe (nach dem Lösen in Salzsäure und nachOxydation mit einigen Tropfen Salpetersäure) mit Ehodankalium (S. 250). BeimAusschütteln mit Äther löst sich das Eisenrhodanid mit violettroter bis blut-roter Farbe im Äther. Selbst kleine Mengen Eisen lassen sich hier schon mitSicherheit neben anderen Elementen dieser Gruppe erkennen.
1 Zeitschrift für analytische Chemie, Bd. 47, S. 665 (1908).
* Im Gange der Analyse muß das Filtrat der Schwefelwasserstoffgruppenötigenfalls von Phosphorsäure, Flußsäure, Borsäure, komplexen Cyaniden undorganischen Substanzen befreit werden, ehe es in warmer, schwach ammoniakalischerLösung durch einen gerade genügenden Überschuß von Schwefelammonium gefälltwird. Für sehr genaue Analysen ist es zweckmäßig, die Schwefelammoniumfällungunter Zusatz von 1—2 g Hydrazin- oder Hydroxylamin-chlorhydrat vorzunehmen.
Der Zusatz dieser Chloride hat den Zweck, die durch Luftkohlensäure möglicheFällung von Erdalkalicarbonaten aus der ammoniakalischen Lösung zu verhindern.Schwach ammoniakalische Lösungen von Hydroxylamin- oder Hydrazinchloridvermögen unaufgeklärterweise beträchtliche Mengen frisch gefällter Erdalkali-carbonate aufzulösen. Vor der Fällung der Erdalkalicarbonate muß dannselbstverständlich das zugesetzte Hydroxylamin- oder Hydrazinsalz durch Abrauchenmit rauchender Salpetersäure oder durch Glühen wieder zerstört werden, was auchan und für sich wegen der großen Mengen eingebrachter Ammonsalze zu empfehlenist (S. 206).