Druckschrift 
Praktikum des anorganischen Chemikers : Einführung in die anorganische Chemie auf experimenteller Grundlage
Entstehung
Seite
114
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

114

Kalium

das Filter mit dem Niederschlag auf Fließpapier ausgebreitet und mitFließpapier abgepreßt. Darauf bringe man den Niederschlag in einekleine Porzellanschale und erhitze ihn über einer ganz kleinen undziemlich weit entfernten Flamme unter Umrühren mit einem Porzellan-spatel, bis er trocken geworden ist.

Den Weinstein bringe man in einen kleinen Porzellantiegel, dersich auf einem Tondreieck und Stativring befindet, und erhitze ihnmit kleiner Flamme, so daß ganz langsame Verkohlung stattfindet.Nach einiger Zeit entzünden sich die aus dem Tiegel ent-weichenden Dämpfe. 1 Wenn sie zu brennen aufhören, erhitze manmit voller Brennernamme. Stellt man dabei den Tiegel schräg, sodaß die Luft hineinstreicht, so kann man das gebildete mit Kohledurchsetzte kohlensaure Kalium vollständig weiß brennen. Bei derVerbrennung aller kalihaltigen organischen Substanzen bleibt kohlen-saures Kalium zurück.

Sollte das kohlensaure Kalium noch etwas Kohle enthalten, solöse man es in wenig Wasser, filtriere die Lösung durch ein Falten-filter und verdampfe sie in einer kleinenPorzellanschale zur Trockne. Auf dieseWeise erhält man das Salz frei von Kohle.Man führe mit dem kohlensaurenKalium die früher beschriebenen Reaktionenauf Kohlensäure aus (vgl. S. 93) und fälleaus seiner Lösung Weinstein.

Platinchlorwasserstoffsaures Kalium

(Kaliumplatinchlorid). Platin chlorwasser-stoffsäure (H,PtCl c ) gibt mit Chlorkalium-Fig. 19. KaiiumplatincMorid. lösung einen gelDen Niederschlag von platin-

chlorwasserstoffsaurem Kalium, K 2 PtCl 6 ,der auch in verdünnten Säuren unlöslich ist. Seine Löslichkeit

l

in Wasser von 15° beträgt ungefähr ——, in Wasser von 100° un-gefähr i.

In 80°/ 0 igem Alkohol ist das Kaliumplatinchlorid praktisch sogut wie unlöslich (siehe weiter unten S. 180 „Trennung von Kaliumund Natrium").

Man versetze auf einem Objektträger einen Tropfen einer ver-dünnten Kaliumchloridlösung mit einem Tropfen Platinchlorwasser-stoffsäure (1 : 10) und betrachte den entstehenden Niederschlag

1 Je später Entzündung eintritt, mit anderen Worten, bei je niedrigerer Tem-peratur man verkohlt, desto leichter verbrennlich pflegt die gebildete Kohle zu sein.