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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Sulfinverbindunsfen.

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In der Darstellung der Entwickelung der organischen Chemiemuß jedoch einigen von ihnen besondere Aufmerksamkeit ge-schenkt werden, teils wegen der praktischen oder theoretischenBedeutung, die sie haben, teils weil ihre Entdeckung und Unter-suchung seinerzeit im Vordergrunde des Interesses standen unddie Periode, der sie angehören, charakterisieren.

Die Entdeckungen und Untersuchungen, die hier zu beachtensind, werden nicht in systematischer Reihenfolge, sondern chrono-logisch berücksichtigt.

Im Jahre 1864 machte Oef ele J ) in Kolbes Laboratoriumdie Beobachtung, daß Äthylsulfid sich mit Äthyljodid zu einemzusammengesetzten Jodid direkt vereinigt, welches mit Silberoxydin das entsprechende Oxydhydrat übergeführt wird, das basischeEigenschaften besitzt. Die basische Natur einer Schwefelverbindungwar natürlich sehr auffallend. Oef ele erkannte in diesen Körpern„eine neue Klasse organischer Schwefelverbindungen" und nahmin ihnen ein aus drei Äthyl- und einem Schwefelatom zusammen-gesetztes Radikal, (C 2 H 6 ) 3 S, an, welches er, nach Analogie desähnlich zusammengesetzten Triäthylamins, Triäthylsulfin nannte.Die Bezeichnung Sulfinverbindungen wurde für die ganze Gruppebeibehalten, obgleich sie sich auf eine nicht haltbare Analogiegründete. Es waren früher von organischen Schwefelverbindungennur die des zweiwertigen (Mercaptane, Sulfide) und die des sechs-wertigen Schwefels (Sulfonsäuren) bekannt. Oef ele erkannte dasTriäthylsulfinjodür und die entsprechende alkaliähnliche Basis als„Verbindungen des vieratomigen Schwefels und in dieser Be-ziehung der schwefligen Säure vergleichbar". Dehn und Cahourshaben im folgenden Jahre die neue Gruppe näher charakterisiert.

Weiter erhielt Oef ele durch Oxydation des Äthylsulfids mitSalpetersäure eine Verbindung (C 2 H 6 ) 2 S0 2 , die er „Diäthylsulfan"nannte. Es war der erste Repräsentant der später als Sulfonebezeichneten Verbindungen. Als Zwischenprodukte dieser Oxy-dation isolierte Saytzeff (1867) die „Schwefeloxyde", z. B.(C 2 H 5 ) 2 SO, die sogenannten Sulfoxyde.

Als Dumas seine Substitutionslehre entwickelte, hat er sichauch in der Richtung ausgesprochen, daß der Wasserstoff nichtdas einzige der Vertretung fähige Element sei, und daß „es viel-leicht auch einst gelingen werde, den Kohlenstoff durch einanderes Element zu ersetzen", ein kühner Gedanke, der damals

x ) Ann. Chem. Pharm. 132, 82.

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