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Geschichte der organischen Chemie von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart
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Depsidsynthesen.

sucliungen haben vorwiegend rein chemisches Interesse, bildenaber eine wertvolle Ergänzung der Fisch ersehen Arbeiten.

Seine Monographie über die Chemie der Eiweißstoffe (1907)schließt Schulz 1 ) mit folgenden Worten: „Es ist für den Natur-wissenschaftler ein mißliches Ding, zu prophezeien, sich ein Urteilin diesem speziellen Falle darüber anzumaßen, ob der vonE. Fischer beschrittene Weg in absehbarer Zeit zur vollen Auf-klärung der chemischen Natur der Eiweißstoffe führen wird.Fischer selbst hegt diese Hoffnung, wenigstens, was die reinchemische Seite der Erforschung anbelangt. Bei den glänzendenErfolgen, die bisher schon errungen sind, ist es zu erwarten, daßdie nähere Zukunft unsere Kenntnis noch wesentlich erweiternwird. Trotzdem wird namentlich der Biologe gut tun, keine allzugroße Erwartungen zu hegen, denn die Kolloidnatur der Eiweiß-stoffe wird der rein chemischen Erforschung Hindernisse bieten,die, wie das Beispiel der Stärke lehrt, bisher unüberwindbar sind."

In neuester Zeit hat E. Fischer wieder ein neues Gebiet inseine synthetischen Forschungen hineingezogen, nämlich das derDepside und der Gerbstoffe 2 ). Als Depside (ßsipsiv, gerben) be-zeichnet er esterartige Anhydride, welche aus Phenolcarbon säurenderart entstehen, daß das Carboxyl des einen Moleküls in diePhenolgruppe des anderen eingreift. Je nach der Zahl der Carbon-säuren, die zusammengekuppelt sind, werden die Didepside, Tri-,und Tetradepside genannt, eine Bezeichnungsweise, welche der-jenigen der Polypeptide nachgebildet ist.

HO.C 6 H 4 .CO.O.C e H 4 .COOH

Didepsid,

HO.C B H 4 .CO.O.C 6 H 4 .CO.O.C 6 H 4 .COOH

Tridepsid.Wir wollen hier nur in aller Kürze erwähnen, daß die Dep-side in der Weise gewonnen werden, daß die Phenolsäure erstdurch Behandlung mit Chlorkohlensäuremethylester „carbmethoxy-liert" und dann in Säurechlorid übergeführt wird. Die Chloridelassen sich mit den freien Phenolsäuren kuppeln, und durch nach-trägliche Abspaltung der Carbmethoxygruppe entstehen die Di-depside. Durch Wiederholung der Operation werden die Tridepside

J ) Fr. TS, Schulz, Allgemeine Chemie der Eiweißstoffe. (Ahrens' Samm-lung ehem. u. teohn.-chem. Vortr. 11, Heft 8/9. Stuttgart 1907.)

3 ) Eine Zusammenstellung dieser Arbeiten gibt Fischer in seinemVortrage auf der Naturforscherversammlung in Wien im Jahre 1913. (Ber.d. Deutsch, ehem. Ges. 46, 3253.)

(C 2