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Cölenteraten.
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Vater des Namens „Cölenteraten", wieder rückgängig machte, weil bei denEchinodermen ein besonderer Darm und eine besondere Leibeshöhlevorhanden sind, bei den Cölenteraten dagegen nur ein einziges Hohl-raumsystem. Jeder der drei Namen bezieht sich auf bestimmte wichtigeMerkmale des Stammes.
1. Der Name „Pflanzentiere" wurde mit Rücksicht auf den allge-meinen Habitus gewählt. Die meisten Cölenteraten sind wie Pflanzenauf dem Boden festgewachsen und bilden vermöge unvollständiger Knospungbusch- oder rasenartige Kolonien; die Ähnlichkeit ist jedoch nur eineäußerliche, da bei einer einigermaßen genauen Untersuchung die tierischeNatur keines einzigen Cölenteraten auch nur im geringsten zweifelhaftsein kann. Der Name darf daher nicht so verstanden werden, als ob eszweifelhafte Formen seien, welche auf der Grenze von Tier- und Pflanzen-reich stehen. Auch gibt es neben den festsitzenden frei beweglicheFormen, welche mit großer Behendigkeit im Wasser schwimmen.
2. Die meisten Cölenteraten sind radialsymmetrisch; in ihremKörper ist stets eine Achse feststehend, die Hauptachse, deren einesEnde durch die Mundöffnung, deren anderes Ende durch das blinde Darm-ende charakterisiert ist. Im Umkreis der Hauptachse sind im großen undganzen die Organe des Körpers gleichmäßig verteilt, so daß zahlreiche,den Körper symmetrisch halbierende Teilebenen möglich sind. Bei denSchwämmen allerdings ist die Verteilung der Organe so regellos, daßman eher von Asymmetrie oder Anaxonie reden könnte; andererseits gibtes hochorganisierte Cölenteraten, welche sich zur zweistrahligen Sym-metrie oder gar zur Bilateralität höher entwickelt haben {Ctenophorenund manche Anthozoen).
3. Cölenteraten endlich heißen die Tiere, weil in ihrem Körper-innern nur ein einziges zusammenhängendes Hohlraumsystem, das Cöl-enteron oder das Gastrovascularsystem, vorhanden ist. Im ein-fachsten Fall ist dasselbe ein weitmündiger Sack, in welchen die Nahrungzur Verdauung aufgenommen wird; die einzige Öffnung des Sacks dientdann als Mund und After zugleich; der Sack selbst ist als Darm oderMagen zu bezeichnen. Häufig gehen von dem central gelegenen Sackseitliche Divertikel oder verästelte Kanäle aus, welche die Nahrung nachder Peripherie des Körpers verteilen und somit functionell die Gefäßeersetzen. Daher der Name „Gastrovascularsystem".
Da das besprochene Hohlraumsystem in erster Linie der Ernährungdient, ist es mißbräuchlich, dasselbe Leibeshöhle zu nennen und dieCölenteraten für dannlos zu erklären. Dagegen ist der Name „Cölen-teron" oder „Darmleibeshöhle" — d. h. ein Hohlraum, der Darm- undLeibeshöhle zugleich ist — vollkommen zu verteidigen. Denn bei vielenhöheren Tieren, welche eine echte Leibeshöhle besitzen, sehen wir die-selbe als eine sich abschnürende Ausstülpung des Darms entstehen. Dasolche Darmdivertikel auch bei den Cölenteraten vorkommen, ohne jedochselbständig zu werden, so kann man in der Tat sagen, daß hier imGastrovascularsystem nicht nur der Darm, sondern potentia auch dieLeibeshöhle enthalten ist.
Bei den Cölenteraten kommt neben der geschlechtlichen nochdie ungeschlechtliche Fortpflanzung vor, in weitester Verbreitung dieKnospung, seltener die Teilung. Geschlechtliche und ungeschlechtlicheFortpflanzung können sich kombinieren und durch gesetzmäßiges Alter-nieren den Generationswechsel hervorrufen.