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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

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an, daß sie im Epithel keinen Platz hat. sondern in die Tiefe, in diesubepithelialen Schichten hineindringt; hier lagert der von Secret ge-blähte Zellkörper mit Kern, reicht aber mit einem dünnen Fortsatz, einemAusführgang, bis zur epithelialen Oberfläche vor.

Bei der Bildung der vielzelligen Drüsen wächst eine ausgedehnte vielzelligeStrecke Drüsenepithels als cylindrischer Strang oder Rohr von der Ober-fläche aus in die tiefere Gewebsschicht; selten bleibt derselbe einfach,meist verästelt er sich und bildet die zusammengesetzte Drüse, die ausHunderten oder Tausenden von Drüsenschläuchen bestehen kann, welchesämtlich in einen gemeinsamen Ausführgang münden. Man unterscheidetunter den vielzelligen Drüsen tubulöse und acinöse (alveoläre) Formen.Bei den tubulösen Drüsen (Fig. 29) besitzen die einfachen oder ver-ästelten Drüsenschläuche dasselbe röhrige Kaliber vom Anfang bis zumEnde, bei den acinösen (alveolären) Drüsen (Fig. 30) dagegen erweitert-sich das blinde Ende des Drüsenschlauchs zu einer Anschwellung, welchevorwiegend die secretorischen Zellen enthält und an dem vorderen Ab-schnitt des Drüsenschlauchs, dem Ausführgang, ansitzt, wie eine Wein-beere an ihrem Stiel. Zu den tubulösen Drüsen gehören Leber, Niereund Schweißdrüsen des Menschen, zu den acinösen die Speicheldrüsennicht nur der Wirbeltiere, sondern auch der Arthropoden und Mollusken.

An das Drüsenepithel schließen wir zweckmäßigerweise die Be-Gesehiechts-sprechung der Geschlechtszellen an; denn diese bilden ein voll- "kommenes Seitenstück zu den Drüsenzellen. Wie das Secret der letz-teren aus dem Körper befördert werden muß. so bilden auch die Ge-schlechtszellen Elemente, die dem Organismus fremdartig gegenüber-stehen und nach außen gelangen müssen, um in Function zu treten.Wie Drüsenzellen meist zwischen gewöhnliche Epithelzellen eingestreutsind, so liegen auch fast ausnahmslos die Geschlechtszellen im Epithel

epithelien.

Fig. 31. Keimepithel einer Meduse, ek Ectoderm, en Entoderm, o Eier, e Epithel.

eingebettet, sei es im Epithel der Haut (Fig. 31), des Darms, der Leibes-höhle oder abgeschnürter Teile derselben (Fig. 32). Diese Verbindungder Sexualzellen mit dem Epithel hat noch einen weiteren Grund darin,daß viele Organismen, und besonders Organismen von niederem Bau.ausschließlich aus Epithel bestehen und daher notwendigerweise imEpithel ihre Geschlechtsprodukte entwickeln müssen. Geschlechtszellenund Epithelzellen sind, mit anderen Worten, die ältesten Elemente desvielzelligen Tierkörpers und dadurch schon früh in Beziehung zueinandergebracht.

Geschlechtsepithelien, oder, wie man sie auch häufig nennt, Keim-epithelien, haben wie Drüsenepithelien die Tendenz, in das subepithelialeGewebe in Form von isolierten oder verästelten Schläuchen hineinzuwachsen(Fig. 32), und so kommt es, daß in vielen Tiergruppen die Geschlechts-organe den Charakter von Drüsen tragen, weshalb man im allgemeinenebenso häufig von Geschlechtsdrüsen wie von Geschlechtsorganen spricht(Fig. 33).

Hertwig, Lehrbuch der Zoologie. S. Aufl. 5