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Lehrbuch der Zoologie
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I

Allgemeine Zoologie.

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Caryo-kinese.

und hier wieder besonders bei chromatinreichen Kernen. Der Kern strecktsich in einer Richtung und wird durch eine Furche, senkrecht zu der be-treffenden Richtung, ähnlich dem gesamten Zellkörper durchschnürt. Dadas Protoplasma keine bestimmte Anordnung zu dem in Teilung begriffenenKern einnimmt, letzterer außerdem seine Membran bewahrt, muß manschließen, daß der Kern sich selbsttätig teilt, daß er nicht passiv geteiltwird. Sitz der die Teilung bewirkenden Kräfte ist das achromatischeKerngerüst, welches demgemäß auch oft eine bestimmte Anordnung —eine faserige Structur in der Richtung des sich streckenden Kerns —erkennen läßt.

Die indirekte Kernteilung, Caryokinesis oder Mitosis, ist am indirekteschönsten ausgeprägt bei chromatinarmen Kernen, welche ein Centrosoma^nose" 8besitzen. Der Prozeß wird durch die Teilung des Centrosoma eingeleitet(Fig. 21«). Die Tochtercentrosomen wandern an zwei einander oppo-nierte Punkte des Kerns, welcher nunmehr seine Membran verliert undzur Kernspindel wird. Das Charakteristische der Kernspindel bestehtdarin, daß ihr Körper nach zwei durch die Lage der Centrosomen be-zeichneten Punkten, den Polen, zu Spitzen ausgezogen ist, daß von diesenPolen nach den mittleren Partien des Kerns, dem Äquator, feine Fädenverlaufen, die Spindelfasern, die in manchen Fällen sicherlich nur demachromatischen Kernnetz entstammen, während in anderen Fällen eingrößerer oder geringerer Anteil am Aufbau der Spindelfasern dem Proto-plasma eingeräumt wird (Fig. 21). Ein strittiger Punkt ist das Verhaltender Spindelfasern in der Äquatorialebene der Spindel, ob sämtliche Fasernvon Pol zu Pol durchlaufen, oder ob sämtliche Fasern in der Gegenddes Äquators enden, so daß die Spindel aus zwei im Äquator getrenntenFaserkegeln bestände, oder ob in derselben Spindel beiderlei Fasern zu-gleich vorkommen. Es scheinen in dieser Hinsicht bei den einzelnenObjekten Verschiedenheiten obzuwalten.

Im Äquator der Spindel liegt das gesamte Chromatin des Kernszu der „Äquatorialplatte'' vereint, worunter man jedoch nicht einezusammenhängende Masse verstehen darf, sondern eine Lage voneinandergetrennter Körperchen, der Chromosomen (Fig. 21a). Denn schonfrühzeitig hat sich das Chromatin des Kerns in Stücke abgeteilt, die seltenals rundliche Körper oder gerade Stäbchen erscheinen, meistens die FormU-förmiger Schleifen besitzen. Es ist eine Tatsache von der größtenTragweite, daß die Zahl dieser Chromosomen für alle Gewebszelleneiner und derselben Species genau die gleiche ist.

Der erste auf die Bildung von Tochterkernen hinzielende Schrittder Caryokinese ist die Teilung der Chromosomen (6), welche sichmeist in der Äquatorialplatte (Spaltung der Äquatorialplatte), seltenerschon auf einem früheren Stadium vollzieht. Die Teilung ist eine genaueHalbierung. Die untereinander gleichen Spaltprodukte eines Mutter-chromosoms, die Tochterchromosomen, rücken unter dem richtenden Ein-fluß der Spindelfasern nach entgegengesetzten Polen des Kerns (c, d, e).So bilden sich aus der Spaltung der Äquatorialplatte die beiden Seiten-platten, deren Elemente sich untereinander vereinigen und die Tochter-kerne erzeugen (/). Die Centrosomen erhalten sich gesondert, als Teil-organe für die nächste Kernverrnehrung.

Was nun die beschriebene indirekte Kernteilung noch weiter vonder direkten unterscheidet, ist die lebhafte Beteiligung des Protoplasma.Das Centrosoma ist Ausgangspunkt einer intensiven Protoplasmastrahlung(Aster), d. h. einer radialen Anordnung des Protoplasmagerüstes zu dem

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