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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

Nucleolar-substanz.

Das Chromatin steht

in enger Beziehung zu einer minder färb-

baren, vom Achromatin gleichwohl scharf unterschiedenen Substanz, derNucleolarsubstanz [Plastin oder Paranuclein (J>)]. In den Kernender Protozoen sind gewöhnlich Nucleolarsubstanz und Chromatin innigverbunden, indem die erstere das Substrat bildet, in welchem letztereseingelagert {chp) ist. Die aus Vereinigung beider Substanzen gebildeteMasse ist am häufigsten auf dem Kerngerüst in Form feiner Körnchendicht verteilt, so daß der gesamte Kern gleichförmig chromatisch er-scheint (Fig. 18). Seltener ballt sich die Masse zu einem oder mehrerenbesonderen, neben dem Kerngerüst bestehenden Körpern, den chroma-tischen Nucleoli, Amphinucleoli oder Caryosomen, zusammen (/, 2).Der Nucleolus ist gewöhnlich ein rundlicher Brocken, seltener ist er ver-ästelt (Fig. 20 /).

12 3

chp

4 ch 5 p 6

Fig. 20. Bläschenförmige Kerne mit achromatischem Kerngerüst und verschie-dener Anordnung des Chromatins und der Nucleolarsubstanz; p Plastin (Nucleolar-substanz), ch Chromatin, chp Chromatin -f- Plastin, ; und 2 Kerne von Actinosphaerium,3 Kern von Ceratium hirundinella nach Lauterborn, 4 Keimbläschen von Unio nachFlemming, 5 und 6 Kerne vielzelliger Tiere, 5 mit echten Nucleoli, 6 Kern mit vielenChromatinnucleoli.

Auch bei den Kernen vielzelliger Tiere kann die beschriebene innigeVermengung von Nucleolarsubstanz und Chromatin vorkommen (6). Dochist die Regel, daß die Nucleolarsubstanz wahrscheinlich nicht die Ge-samtmasse, sondern ein Überschuß derselben sich vom Chromatinsondert. So findet man in den Kernen vieler Eier Nucleoli, die auszwei voneinander unterscheidbaren Teilen bestehen, einer cbromatinhaltigenund einer chromatinfreien Partie {4). In den Gewebszellen besitzt meistnur die Nucleolarsubstanz im engeren Sinne die Anordnung in Nucleolen(echte, chromatinfreie Nucleolen, 5), während das Chromatin in feinenKörnchen auf dem Kernnetz ausgebreitet ist (chromatisches Reticulum).Etwas Ähnliches kann auch bei Protozoen vorkommen (Fig. 19 j).

cinomidiai- Neben und nach außen von den Kernen kommt bei vielen einzelligen

apparat. Organismen derChromidialapparat" vor, eine in ihrer Färbbarkeit

mit der Kernsubstanz übereinstimmende Masse, deren Zugehörigkeit zum

Kern auch dadurch bewiesen ist, daß sowohl ihre Entstehung aus dem