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Allgemeine Zoologie.
Bau des Protoplasma zu erläutern, als diese äußerst verwickelten Bewe-gungserscheinungen auf so feinen Bahnen, wie meist die Pseudopodien sind.Keizbarkeit Daß amöboide Bewegung und Körnchenströmung durch mechanische,
d0 p, a sma°" chemische und thermische Reize hervorgerufen, zum Stillstand gebrachtund modifiziert werden können, ist ein sicherer Beweis für die Reiz-barkeit des Protoplasma. Am wichtigsten sind die thermischen Reize.Steigert man die gewöhnliche Temperatur der Umgebung, so werdenzunächst die Bewegungen beschleunigt bis zu einem Maximum; von datritt eine Verlangsamung ein, endlich vollkommener Stillstand, die Wärme-starre. Hält die hohe Temperatur noch länger an, oder erfährt sie gareine weitere Steigerung, so erfolgt der Tod. Die letale Temperatur istfür die meisten Organismen zwischen 40 und 50° Celsius gegeben; ihrEinfluß erklärt einen Teil der schädlichen Folgen, welche hohe Fieber-temperaturen auf den menschlichen Organismus haben. Wie eine Wärme-starre, so gibt es auch eine Kältestarre, herbeigeführt durch ein starkesSinken der Temperatur unter die normale. Eingeleitet wird dieselbedurch eine allmähliche Abnahme der Beweglichkeit; ihren Schluß findetsie im Kältetod, welcher aber nicht so leicht wie der Tod durch Er-wärmen herbeigeführt wird.
Es ist bemerkenswert, daß viele Tiere und demgemäß auch ihreZellen einfrieren und in diesem Zustand starke Kälte vertragen können,ohne zu sterben (z. B. Goldfische Temperaturen von —8 bis —15°,Frösche bis — 28 °, Blindschleichen bis — 25 ° C). Die Tiere erwachenzu neuem Leben, vorausgesetzt, daß sie mit genügender Vorsicht aufge-taut werden.
Ernährung Erregbarkeit und Bewegungsfähigkeit sind wichtig für die Ernäh-
ptianzung. rung. Letztere ist bei den meisten tierischen Zellen, wie z. B. fast allenGewebszellen, nicht gut zu verfolgen, weil dieselben von flüssiger Nahrungleben. Gewisse Zellen höherer Tiere, die farblosen Blutzellen, und diemeisten einzelligen Tiere können aber auch mit festen Substanzen ge-füttert werden; sie nehmen die Nahrungskörper, indem sie sie mit Pseudo-podien umfließen, in das Innere des Protoplasma auf, entziehen ihnenalles Assimilierbare und stoßen das Unverdauliche wieder aus (Fig. 17).Bei der Ernährung kommt nicht nur in Betracht, daß die Zellen die auf-genommene Nahrung zum eigenen Wachstum und zum Ersatz des Ver-brauchten benutzen: sie haben meist auch die Fähigkeit, anderweitigeStoffe als Protoplasma zu erzeugen, wie z. B. manche Protozoen orga-nische, oft mit Kiesel oder Kalk erhärtete, Gehäuse bilden. Diese bild-nerische Tätigkeit, die Erzeugung von „Protoplasmaprodukten", istder Ausgangspunkt für die sogleich zu besprechende Gewebebildung.Die Fortpflanzung der Protoplasmakörper ist gleichbedeutend mitder Teilung der Zelle; um diese aber zu verstehen, müssen wir zuvornoch den zweitwichtigen Bestandteil, den Kern besprechen,zeiikem. Der Zellkern oder Nucleus ist ein im Protoplasma einge-
schlossener Körper, dessen Gestalt zwar für jede Zellenart feststeht, imübrigen aber sehr mannigfaltig ist. Meist ist er ein kugeliges oder ovalesBläschen; er kann aber auch zu einem Stab verlängert, hufeisenförmiggebogen, rosenkranzartig eingeschnürt oder sogar baumförmig verästeltsein (Fig. 18). An vielen lebenden Zellen ist der Kern vom umgebendenProtoplasma nur wenig durch sein Aussehen unterschieden und auchjetzt noch gelingt sein Nachweis öfters nur mit großer Mühe und unterAnwendung einer besonderen Technik, welche sich auf das mikroche-