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Papier-Prüfung : eine Anleitung zum Untersuchen von Papier ; mit 86 Textfiguren und 16 Tafeln
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127
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Die Phloroglucin-Reaktion.

Die Reaktion mit schwefelsaurem Anilin (Anilinsulfat).

Man löst etwa 5 g schwefelsaures Anilin in 50 g destilliertemWasser und fugt einen Tropfen Schwefelsäure hinzu; das Salz löst sichbei einigem Umschütteln ziemlich leicht, und man erhält eine klare,farblose Flüssigkeit, welche jedoch nicht lichtbeständig ist, son-dern sich ziemlich leicht zersetzt, wobei sie eine violette Färbungannimmt; trotzdem reagiert sie auch während der Zersetzungnoch auf Holzschliff. Die Färbung, welche die Lösung von Anilin-sulfat auf holzschliffhaltigem Papier hervorbringt, ist eine sehr schönhellgelbe.

Die Phloroglucin-Reaktion.

Diese von Wiesner 1 ) entdeckte Reaktion für verholzte Zellenist wohl die empfindlichste von allen und zugleich die farben-prächtigste. Zur Herstellung der Lösung verfährt man in folgenderWeise. Man löst 1 g Phloroglucin in 50 cem Alkohol und fügtetwa 25 cem konzentrierte Salzsäure hinzu; es entsteht eine schwachgelb gefärbte Flüssigkeit, welche sich allmählich durch den Ein-fluß der Luft und des Lichtes zersetzt; man tut daher gut, sichnie größere Mengen herzustellen, da eine frisch bereitete Lösungschneller und schärfer wirkt als eine schon in Zersetzung über-gegangene.

Die Färbung, welche diese Lösung auf holzhaltigem Papierhervorbringt, ist sehr schön rot, und aus diesem Grunde ist diePhloroglucinlösung der oben besprochenen vorzuziehen, weil diesebeispielsweise bei gelben Papieren keine so deutliche Reaktion ver-anlaßt als jene.

Man lasse bei der Untersuchung auf verholzte Fasern mittelsPhloroglucin nicht außer acht, daß es gewisse Farbstoffe gibt,welche sich, wie das in der Papierfabrikation vielfach verwendeteMetanilgelb, unter dem Einfluß freier Säuren ebenfalls rot färbenund daher möglicherweise zu der Annahme führen können, manhätte es mit verholzten Fasern zu tun.

Die Art und Weise des Auftretens der Reaktion ist aber andersals beim Holzschliff. Bringt man Phloroglucin auf holzschliffhaltigesPapier, so entsteht ganz allmählich eine an Tiefe zunehmende Rot-fiirbung, wobei einzelne dickere Fasern besonders hervortreten unddurch ihre dunklere Färbung auffallen. Ist indessen kein Holz-schliff, sondern nur Metanilgelb vorhanden, so entsteht der Fleckziemlich plötzlich; das Papier erscheint ganz gleichmäßig gefärbt,

J ) Ding'ler, Polytechnisches Journal 1878 S. 397.