Druckschrift 
Papier-Prüfung : eine Anleitung zum Untersuchen von Papier ; mit 86 Textfiguren und 16 Tafeln
Entstehung
Seite
81
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Einfluß der Füllstoffe auf die Dauerhaftigkeit des Papiers.

81

Das Filtrat von der Tonerde wird mit Ammoniumkarbonat ver-setzt, wodurch Barium und Kalzium ausfallen.

Der Niederschlag wird in Salzsäure gelöst und die Lösungmittels Flammenreaktion geprüft. Zeigt die Flamme keine grüneFärbung (Bariumreaktion), so ist nur Kalzium vorhanden. Beigrüner Flamme ist Barium vorhanden, ev. in Gemeinschaft mitKalzium. Um dies festzustellen, dampft man die salzsaure Lösung zurTrockene ein, nimmt mit absolutem Alkohol auf, wodurch Kalzium-chlorid in Lösung geht, während Bariumchlorid zurückbleibt.

Zum Filtrat des Barium-Kalziumniederschlages wird nach reich-lichem Zusatz von Ammoniak Ammoniumphosphat gesetzt und da-durch Magnesium ausgefällt.

Steht von dem auf Art der Füllstoffe zu prüfenden Papier nurso wenig Material zur Verfügung, daß die für die chemische Ana-lyse nötige Menge Asche nicht gewonnen werden kann, so ist manauf die Untersuchung mit Hilfe des Mikroskopes angewiesen, fürdie Pauli einen Untersuchungsgang ausgearbeitet hat. 1 )Einfluß der Füllstoffe auf die Dauerhaftigkeit des Papiers.

Im Anschluß an die Ausführungen über die Bestimmung desAschengehaltes im Papier sei im nachfolgenden noch einiges über denEinfluß der Füllstoffe auf die Dauerhaftigkeit der Papiere hinzugefügt,weil die Ansichten hierüber teilweise noch recht verschieden sind.

Bei der Aufstellung der ersten Papiernormalien im Jahre 1886Grundsätze für amtliche Papierprüfungen" 2 ) ging man von derAnnahme aus, daß Füllstoffe die Ausdauerfähigkeit der Papiere un-günstig beeinflussen und demnach bei Papieren für wichtige Zweckeauszuschließen seien. Der Aschengehalt wurde daher für Papiere derStoffklasse I (Lumpenpapiere) auf höchstens 2°/ 0 ,

II (75% Lumpen, 25% Zellstoff) auf höch-

stens 5 %, III (Stoff beliebig, aber ohne Holzschliff) auf

höchstens 15%festgesetzt.

Diese Beschränkungen blieben auch noch bestehen in denVorschriften für die Lieferung und Prüfung von Papier zu amt-lichen Zwecken" vom Jahre 1891 8 ); erst in den jetzt gültigenBestimmungen über das von den Staatsbehörden zu verwendendePapier" vom Jahre 1904 4 ) (siehe Anhang) sind sie gefallen. Seit

*) Pauli, Die mineralischen Papierfüllstoffe und ihre Erkennung. Zentral-blatt f. d. österr.-ung. Papierindustrie 1906 S. 465.

-') Mitt. a. d. Königl. techn. Versuchsanstalten 1886 Seite 89.3 ) Mitt. a. d. Königl. techn. Versuchsanstalten 1892 Seite 1.') Mitt. a. d. Königl. techn. Versuchsanstalten 1903 Seite 211.Herzberg, Papierprüfung. 3. Aufl. 6