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1 (1907) Qualitative Analyse
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452
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Wenn die Platinmetalle in kompakter Form vorkommen, solassen sie sich nicht ohne weiteres in Lösung bringen.

In diesem Falle behandelt man das möglichst feinzerteilteMetall (Feilspäne, Schnitzel etc.) mit Königswasser, wodurch dergrößte Teil des Platins und Palladiums nebst geringen MengenRhodium und Iridium in Lösungen geht. Der Rückstand, der Osmium.Ruthenium, Rhodium, Iridium und auch noch Platin und Palladiumenthalten kann, wird getrocknet und in einem Porzellantiegel mitder zehnfachen G-ewichtsmenge Zink (oder auch Blei) längere Zeitim Leuchtgasstrome geschmolzen.') Hieboi werden die Platinmetalledurch das Zink gelöst. Nach dem Erkalten der Schmelze im Leucht-gasstrome, behandelt man den erhaltenen Regulus mit Salzsäure,wobei das Zink in Lösung geht, während die Platinmetalle in. fein-zerteiltem Zustande zurückbleiben. Diese werden nach dem Filtrierenund Trocknen in ein Porzellanschiffchen gebracht und in einem Rohrvon schwer schmelzbarem Glase bei dunkler Rotglut im Sauerstoff-strome erhitzt.

Das Osmium entweicht größtenteils als Osmiumtetroxyd, dasin Natronlauge aufgefangen und, wie im Gange von Mylius undDietz angegeben, nachgewiesen wird. Der Rückstand wird hieraufmit Kochsalz innig gemischt uud in feuchtem Chlorstrom erhitzt,die Masse in Wasser gedöst und die Lösung weiter nach dem Gangeuntersucht.

Hatte man statt des Zinks Blei zur Aufschließung der Platin-metalle verwendet, so löst man den Bleiregulus in verdünnter Salpeter-säure, wobei das Blei und der größte Teil dos Palladiums inLösung geht. Mau fällt das Blei mit der berechneten MengeSchwefelsäure als Bleisulfat und prüft das Filtrat hievon auf Palla-dium, indem man. letzteres in Palladosaminchlorid und hierauf inPalladiumcyanür verwandelt. Der von Salpetersäure unangegriffeneRückstand wird, nach dem Entfernen des Osmiums durch Glühenim Sauerstoffstrome, mit Kochsalz im feuchten Chlorstrome auf-geschlossen, in Wasser gelöst und, wie oben angegeben, weiteruntersucht. 2 )

') Recht bequem läßt sich diese Aufsehlicßung mit Blei (nicht Zink) in einergewöhnlichen Tonpfeife ausführen. Mau leitet durch den Stiel der PfeifeLeuchtgas ein und zündet das beim Pfeifenkopf entweichende Gas an. Da-durch, daß das Gas fortwährend durch die geschmolzene Legierung streicht,wird letztere in beständiger Bewegung erhalten und die Metalle gleichmäßiggemischt.

2 ) Für die eingehendere Trennung der Platinmetalle verweise ich auf dieArbeiten von Sainte-Claire-Deville, Debray und Stas in denProcesverbaux du comite internat. des poids et mesures" 18771878 und 1879.