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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Anorganische Chemie,

behandelt man Platinerz mit Königswasser, versetzt diesaure Lösung mit Salmiak und glüht den getrocknetenNiederschlag von Platin salmiak, PtCle(NH4)2; daszurückbleibende poröse Metall, der Platinschwamm,wird dann stark zusammengepresst und im glühendenZustande ausgehämmert, oder man schmilzt das Platinim Kalktiegel vermittelst Knallgas und giesst das ge-schmolzene Platin in Formen. 1 ) Das Platin hat einezinnweisse Farbe, ist vollkommen luftbeständig, schmilztnur im Knallgasgebläse; spec. Gew. 21.5. In Säuren,abgesehen von Königswasser, ist es unlöslich. Aetz-alkalien, Aetzbaryt, Silber-, Zinn-, Blei-, Arsen-, Anti-mon-, Wismuthverbindungen etc. dürfen jedoch nicht inPlatin-Gefässen erhitzt werden, da sie letztere stark an-greifen resp. zerstören. Platin hat, besonders in feinvertheiltem Zustande, die Eigenschaft, Gase aufseiner Oberfläche zu verdichten. Platinschwammkommt in Knallgas bald in's Glühen und entzündet dasGasgemisch; Wasserstoff entzündet sich beim Leiten aufPlatinschwamm; cf. pag. 45; in Gegenwart von fein ver-theiltem Platin verbindet sich Schwefeldioxyd mit Sauer-stoff bei 100° zu Schwefeltrioxyd; cf. pag. 287, Anm. I 2 ).Platinchlorid, PtCU, Platinichlorid, das wichtigstePlatinsalz, dient meist als Ausgangsmaterial für die übrigenPlatinverbindungen. Beim Abdampfen der Lösung des

r ) Beim Auskochen des Platinerzes mit Königswassergehen Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium und etwas Iridium inLösung, ungelöst bleiben metallische Körner oder Blättchen des Os-miridiums; cf. pag. 321, Anm. 2. Auf Zusatz von Salmiak fällt dasIridium zusammen mit dem Platin als Doppelchlorid, R Cle (NHi)s, aus,weshalb das so dargestellte Platin stets iridiumhaltig ist. Neuerdingsschmilzt man auch zur Gewinnung des Platins das Platinerzdirect in einem Kalktiegel durch das Knallgasgebläse, wobei eineLegirung von Platin mit Iridium und Rhodium zurückbleibt, währenddie übrigen Gemengtheile des Platinerzes sich entweder verflüchtigenoder vom Kalk des Tiegels aufgesaugt werden. Die so erhaltene Le-girung ist härter als reines Platin und wird selbst von Königswassernur schwierig angegriffen.

2 ) In noch erhöhtem Masse besitzt diese absorbirende Eigenschaftdas Platinschwarz, welches man durch Kochen von Platinchlorid-lösung mit Traubenzucker und viel Natriumcarbonat als schwarzesPulver erhält.