Anorganische Chemie.
•
Entfärbung der Flüssigkeit, z. B.: 2FeCls -f- HaS =2 FeCl2 —|— S —j— 2 C1H, Schwefelammon hingegen eineschwarze Fällung von Eisensulfür, FeS, gemengtmit Schwefel: I. 2 FeCls + (NHi)«S = 2 FeCl 2 + S -f2C1NH 4 ; II. FeCl2 + (NH.i) 2 S = FeS + 2 ClNHi!
Das Eisenoxyd gleicht in seinem chemischen Ver-halten am meisten dem Aluminium- und Chromoxyd.Wie die letzteren ist es eine nur sehr schwache Base,so dass die Lösungen seiner Salze, selbst seiner wasser-löslichen basischen Salze sauer reagiren; vgl. pag. 108,Anm. 2. Reductionsmittel führen die Eisenoxyd-salze wieder in Eisenoxydulsalze über. 1 )
Leitet man Chlor in eine Suspension von Ferri-hydroxyd in Kalilauge oder schmilzt man Eisenfeilemit Salpeter und zieht die Schmelze mit Wasser aus, sobildet sich eine rothe Lösung, aus der sich eisensaiiresKalium, FeOiK-2, Kalium/errat in dunkelrothen, demChromat und Sulfat isomorphen Prismen abscheidet; dasEisen ist also in dieser Verbindung sechswerthig.Die dunkelrothe Lösung des Salzes zersetzt sich bald;auch existirt die Eisensäure nicht in freiem Zustande.
Mit Kohlenoxyd geht das Eisen eine flüchtigegasförmige Verbindung ein, Eisenkohleuoxyd, welcheEisentetracarbonyl zu sein scheint; cf. pag. 196.
Eisenverbindungen färben die Borax- oderPhosphorsalzperle in der Reductionsflamme grün, inder Oxydationsflamme braun bis gelbroth, nach demErkalten fast farblos. Beim Erhitzen mit Soda auf Kohlevor dem Löthrohr und Zerreiben der Schmelze mitWasser liefern alle Eisenverbindungen ein schweresgraues metallisches Pulver, das vom Magneten angezogenwird; Nachweis des Eisens.
') Wichtig ist vor Allem die Umsetzung der Ferrisalre mitAkalijodiden: FeCls -f- KJ = FeCla -\- ClK-f- J; Fe 2 (SC>4> + 2 KJ= 2 FeSOi -|- K2SO4 -f- 2 J; es entspricht demnach 1 Fe': I J; dasausgeschiedene Jod wird mit Thiosulfat titrirt: jfodimetrische Eisen-bestivimung. Nach K. Seubert verfährt man am besten derart, dassman auf 0.1g gelösten Eisens 10 ccm verdünnter Schwefelsäure,sowie 3 g Jodkalium hinzugibt und bei gewöhnlicher Temperatur eineStunde stehen lässt. Die Reaction ist auch von Bedeutung für denNachweis des Chlors neben Brom und Jod; cf. pag. 295, Anm. 1.