Druckschrift 
Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
Entstehung
Seite
180
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

180

Anorganische Chemie.

das Aluminiumhydroxyd die Rolle einer Säurespielt: charakteristisch für Aluminium. In einer wasser-löslichen Form erhält man Aluminiumhydroxyddurch Dialyse 1 ) von basischem Aluminiumchlorid.-)

abgeschieden, indem zugleich Ammoniak, NHa, aus der Flüssigkeitentweicht:

AI

— O ; Na + Cl NHj

— O i"Na '"+ "CT : NHa

— O :"NÜ +""0": NH 3

i- Alf

OH

OH _|_ 3 Na Cl + 3 NHs,OH

Beim Einleiten von Schwefelwasserstoff, Ha S, oder Kohle ndioxyd,CO2, in die Aluminatlösung scheidet sich ebenfalls Aluminium-hydroxyd aus, da Schwefelalkali resp. kohlensaures Alkali entsteht.

Häufig deriviren die Aluminate von dem wasserärmerenHydroxyd, AIO(OH), das in der Natur als Diaspor vorkommt:

AI _■ OTT AI-*, AI

OH ■*"■ — ONa nl — OK

»Metaform.« Natriummetaaluminat. Kaliummetaaluminat.

Diese »Metaform« liegt auch den Spin eilen zu Grunde:= 0 «i=0 » t = O

AIAll

o.

I!

,>Mg

AI

AI

-°S7

-o> Zn

ai:

AI

ii

>Be

= o

Magnesiumspinell. Gahnit. Chrysoberyll.

J ) Graham's vDiafysatort- ist ein weites cylinderförmiges Gefäss,dessen Boden aus thierischer Haut oder Pergamentpapierbesteht. Nach dem Einfüllen der zu dialysirenden Lösung stellt manden Dialysator in ein grösseres Gefäss, das destilhrtes Wasser enthält.In Folge von »Osmose« gehen nun Säuren, Salze, überhaupt allekrystallisirbaren löslichen Substanzen, die sog. » Krystalloidei,durch die thierische Haut, das Pergamentpapier in dass äussere Gefäss,wofür Wasser in das innere Gefäss eintritt, während im Dialysator d i enicht diffundirbaren Substanzen, die sog. iCollo'idei zurück-bleiben. Zu letzteren gehört vor allem der Leim, von dessen NamencoIIa die Bezeichnung »Collo'id« abgeleitet wurde, Gelatine, Gummi,Eiweiss, Stärke, wie die meisten im Thier- und Pflanzenkörper vor-kommenden Substanzen. Die mit Hilfe des Dialysators vor-genommene Trennung der Colloide von den Krystalloidennennt man „Dialyse". — Eine halbprocentige Lösung des durchDialyse erhaltenen löslichen Thonerdehydr ates — Graham hatderartige Körper »Hydro sole« genannt, im Gegensatz zu den gela-tinösen Hydroxyden, den »Hydrogelen« — lässt sich kochen, ohnedass A1(0H)8 abgeschieden würde. Doch fällt Al(OH)s auf Zusatz dergeringsten Menge eines Alkalis, oder von Säuren resp. Salzen aus derLösung des Thonerde-Hydrosols.

2 ) Basische Salze d. h. die chemische Verbindung einesnormalen Salzes mit seiner Base hat man aufzufassen als