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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Calcuimfluoi'id und -carbonat.

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chlorähnlichem Geruch; beim Schütteln mit Wasser löstsich das Chlorcalcium und Calciumhypochlorit des Chlor-kalks auf, während das Calciumhydroxyd theilweise, dasCalciumcarbonat vollständig ungelöst bleibt. An derLuft zersetzt sich der Chlorkalk, indem das Kohlendioxydder Luft unterchlorige Säure, Cl—OH, frei macht, 1 )die weiter zerfällt in Chlor, Wasser und Sauerstoff:2 Cl—O H = Cb + Ha O + O. 2 ) Infolgedessen dient derChlorkalk zum »Bleichen«, sowie zur »Desinfection« d. h.zum Zerstören der infectiösen Krankheitsstoffe. Der Chlor-kalk muss in locker verschlossenen Gefässen an einemdunkeln, kühlen Orte aufbewahrt werden.

Lösliche Fluorverbindungen, wie Fluorammonium,FINH4, erzeugen in Chlorcalciumlösung einen gallert-artigen Niederschlag von Fluorealcium, CaFla, Calcium-fluorid. Dasselbe kommt natürlich in grossen Würfelnoder Octaedern vor, sowie in derben Massen und führtden Namen Flussspath, da es bei Rothgluth leichtschmilzt und deshalb als Flussmittel bei metallurgischenProzessen schon lange Verwendung findet. Durch Er-hitzen oder Insolation wird es stark phosphorescirend.In geringer Menge ist es in Pflanzenaschen, in denKnochen und im Zahnschmelz enthalten.

Kohlensaure Alkalien geben mit Chlorcalcium-lösung zunächst einen weissen amorphen Niederschlagvon kohlensaurem Calcium, COsCa, Calciumcarbonat[Calcium carbonicumpraecipitatum], welcher Nieder-

') Schwache Säuren, wie Kohlensäure, Borsäure, machenaus dem Chlorkalk unterchlorige Säure, Cl — OH, frei; in gleicherWeise wirkt stark verdünnte Salpetersäure! — Frischer Chlor-kalk entwickelt beim Glühen Sauerstoff; ferner liefert eine Chlor-kalklösung, welcher eine geringe Menge eines Cobaltsalzes zugesetztwurde, beim Erwärmen einen gleichmässigen Strom von Sauer-stoff. Die Reaction findet eine Erklärung durch folgende Gleichungen:I. Ca(OCl)i-J-2 C02O3 = CaCl s -|-2 Oa-|-4CoO; II. 4 CoO+Ga(OCl)2 = 2 C02O3 -|- CaCh; es reagirt dann das aus dem Cobalt-oxydul, CoO, entstandene Cobaltoxyd, C02 On, mit Calciumhypochloritweiter nach der Gleichung I, u. s. f. Aehnlich wirken geringe Mengenvon Mangan-, Kupfer- und Eisensalzen.

2 )

ClCl

0:H

OH

Ch

OH2

O.