666
Verbindungen unbekannter Radicale.
Der Bor-neocam-phor istein ein-atomigerAlkohol.
Alkohol und Aether ist er leicht löslich, und lenkt in seinen Lösung^den polarisirten Lichtstrahl nach rechts ab.
Seinem Verhalten nach kann der Borneocamphor als ein einato'miger Alkohol betrachtet werden, dessen Aldehyd der ge'wohnliche Camphor ist. Dafür sprechen folgende Thatsachen :
1. Der Borneocamphor hat die Formel C 2 o H 18 0 2der gewöhnliche Camphor C 20 H 16 0 2
enthält sonach 2 H weniger; das Verhältniss dieser beiden Formel"ist daher das eines Alkohols und eines Aldehyds.
2. Durch Behandlung mit Salpetersäure kann man den Borneocamph"'in gewöhnlichen, unter Elimination von 2 H verwandeln, ein Vo ( 'gang, der der Bildung der Aldehyde vollkommen analog ist.
3. Unter Anwendung der Methoden, mittelst deren wir Aldehyde $Alkohole überführen, z. B. Bittermandelöl in Benzalkohol, könn e|1wir gewöhnlichen Camphor in Borneocamphor oder Camphol ve<"wandeln.
4. Man hat Verbindungen des Borneocamphors mit Säuren: Salzsäui*Benzoesäure, Stearinsäure u. s. w. dargestellt, die den Charak' elzusammengesetzter Aether zeigen, und sich unter Elimination o 8Elemente des Wassers bilden. Man erhält diese Verbindungen dui' cErhitzen von Camphol mit den betreffenden Säuren auf 100° t>*200° C. in zugeschmolzenen Glasröhren. Ihre Bildung erfolgt dm' 8Vereinigung eines Aequivalents Camphol mit einem Aequival el!Säure unter Elimination von 2 Aeq. Wasser:
C 20 H 18 0 2 -f Säure — 2 HOCamphol,oder durch directe Addition des Säurehydrats zum Kohlenwass elStoff C 20 H 16 .
Aether aea Die Aether des Camphols sind vollkommen neutral, färb' 0 "'
amphois. | e j c ] lter sc hmelzbar als das Camphol, zum Theil flüssig, und zum Tb 8krystallisirbar, leicht löslich in Alkohol und Aether. Durch Alkali 8werden sie unter Regeneration der Säure und des Camphols zersetzt.
Die bis nun dargestellten Aether des Camphols sind:
Stearinsäure-Campholäther
Benzoesäure-Campholäther
Salzsäure-Campholäther
C 2 oHi7(C36H35O0)
C20H17)C 14 H 5 0 2 i° 3
C 2 o Hi 7Cl
2e nd,
5. Dem Camphol entspricht endlich eine eigenthümliche Säure:
< lie Kfüh