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2 (1862) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Verbindungen unbekannter Radicale.

Styphninsäure.

Styphninsäure oder Oxypikrinsäure: C 12 H 3 . (N0 4 ) 8 0 4Diese Säure entsteht ausserdem bei der Behandlung zahlreiche)anderer Stoffe, namentlich Harze und Farbstoffe, mit Salpetersäure. Si eist als die Nitroverbindung einer noch unbekannten Säure zu betrachte«C 12 H (i 0 4 , welche sich von der Phenylsäure durch -(-2 0 unterscheide''In ihren Eigenschaften zeigt sie grosse Aehnlichkeit mit der Trinitro'phenylsäure (vergl. S. 290). Sie krystallisirt in blassgelben sechsseitige"Säulen, die beim Erhitzen wie Sehiesspulver abbrennen. In'Wasser i flsie schwer, in Alkohol und Aether leicht löslich. Ton der Trinitro'phenylsäure oder Pikrinsäure unterscheidet sie sich namentlich dadurchdass sie mit Eisenvitriol und Baryt grün wird, während die Trinitro'phenylsäure dadurch eine blutrothe Farbe annimmt.

Die Styphninsäure ist zweibasisch, und bildet meist gelbgefärbt e 'beim Erhitzen verpuffende Salze.

Farbstoffe des Treibholzes.

Gelbbote,

der fär-bende ßestandthellist Moria-srerbsäure.

Das Gelbholz, das Holz von Mortis tinetoria-, einem in Westindi el1wachsenden Baume, enthält als gelbes Pigment die bereits weiter ob el1S. 554 beschriebene gelbe Moringerbsäure. In concentrirter Schw«'f'elsäure löst sich die Moringerbsäure mit brauner Farbe auf, aus diese'Lösung setzen sich nach einiger Zeit zicgelrothe krümliche Massen w'welche, mit der kleinsten Menge Ammoniak oder Kali zusammengebracht"prächtig carminrothe Lösungen bilden.

Das Gelbholz färbt mit Alaun gebeizte Zeuge schön gelb.

Mo

Farbstoffe der Curcuma.

Cnrcuma

dient zurBereitung

dos Cur-cumapa-

nierp.

Die Wurzel von Curcuma longa und Curcuma rotunda gibt an AetWeinen harzigen gelbrothen Farbstoff: das Curcumin. Durch caustisc' 1Alkalien, durch kohlensaure und phosphorsaure Alkalien, durch einigAlkaloide und durch Borsäure geht die Farbe des Curoumins in BrauH'roth über. Auf diese Eigenschaft gründet sich die Anwendung d eCurcuma zu Reagenspapieren (Cureumapapier), die man durch Eint»*chen ungeleimten Papieres in einen weingeistigen Auszug der Curcu 1 "und Trocknen erhält, und zur Constatirung alkalischer Reaction in b'kannter Weise anwendet. Zum Färben von Seidementlich die Curcuma rotunda angewendet; die Farbe ist aberhaltbar.

Querci-tron.

und Wolle wird " :wen»

Weitere pflanzliche gelbe Farbstoffe sind:

Farbstoff des Quercitron, aus der Rinde von Quercus tineUHiSie enthält das Glucosid Quercitrin, vergl. S. 543 als färbenden Pstandtheil.