Alkaloide und sonstige organische Basen.
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"*2°-C siedet es. Das Coniin reagirt bei Gegenwart von Wasser starka 'kalisch, ist aber in Wasser wenig löslich, und zwar noch leichter inkaltem als in warmem. In Alkohol und Aether ist es in jedem Ver-hältnisse löslich. An der Luft färbt es sich bald braun, und setzt eine"a-rzige Masse ab. Das Coniin ist eine starke Salzbasis, und neutralisirt1116 Säuren vollständig. Die Coniinsalze sind zum Theil krystallisirbar,a " e r im Allgemeinen sehr zerfliesslich.
Das Coniin-Platinchlorid: C 16 H 15 N, HCl. PtCl 3 , krystalli-^ rt in gelben Prismen, die in kochendem Alkohol löslich sind.
Das Coniin ist eine sogenannte Imidbase, d. h. Ammoniak, in
"kichern 2 Aeq. H entweder durch i Aeq. eines einatomigen, oder durch
■A-eq. eines zweiatomigen Radicals ersetzt sind. Man schliesst auf diese
Institution aus der Thatsache, dass man darin 1 Aeq; H durch Älkohol-
a dicale vertreten kann, so z. B. durch Aethyl. Man erhält das
ii
C II f)Aethylconiin: | 15 [N, durch Behandlung von Coniin mit
°däthyl im zugeschmolzenen Grlasrohr. Dass das Aethylconiin aber eine
^rilbase ist, d. h. eine solche, in welcher kein vertretbarer Wasser-
to ff des Ammoniaks mehr übrig ist, erhellt daraus, dass, wenn man das
aethylconiin nochmals mit Jodäthyl behandelt, es in die Jodverbindung
lne r Ammoniumbase übergeht, welche mit Silberoxyd behandelt, ein
Coniin-Platin-chlorid.
Aethylconiin.
Ci g Hi
N
Diäthylconiumoxydhydrat: C 4 H 5 ^JN liefert. Die substituirte
fc H }0. 2
as e Methylconiin findet sich häufig im rohen Coniin des Handels,U( i es kann daraus die Ammoniumbase Methyläthylconiumoxyd-ydrat dargestellt werden. Aus dem Mitgetheilten ergibt sich, aufe lch e Weise man zuweilen auf die Constitution gewisser Verhüt-ungen berechtigte Schlüsse ziehen kann, ohne selbst ihre Badicale zu
fee nnen.
Vorkommen. Das Coniin findet sich in allen Theilen von Conium
ac ulatum, , am reichlichsten wie es scheint im Samen, und bedingt die
0 "e Giftigkeit dieser Pflanze., Darstellung. Man erhält das Coniin am leichtesten durch Destil-a hon der Schierlingssamen mit verdünnter Kalilauge. Man neutralisirt
ds Destillat mit Schwefelsäure, dampft ein, behandelt den Rück-, a nd mit Alkohol, der das schwefelsaure Coniin löst, und zerlegt das
'"'ch Verdunsten des Alkohols gewonnene Salz durch Destillation mitKalilauge.
p Conhydrin: C I6 H 17 N0 2 , ist eine in Conium rnmulatum nebenöiin vorkommende organische Base genannt, die farblose, irisirende
r ystallblättchen darstellt, welche schon unter 100° C. vollständig sub-
Diäthylconium
Oxydhydrat
Methyl-coniin undMethyl-äthylco-nium-oxydhy-drat.
Vorkom-men.
Darstel ■
Conhy-drin.