Druckschrift 
2 (1862) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
Entstehung
Seite
504
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

-

I

504

Haloidradicale.

Wir wollen nur einige dieser Verbindungen, und zwar der ersteReihe beschreiben.

Platinocyanwasserstoft.

Syn, Platincyanwasserstoffsäure.

Nach der Radicaltheorie: Nach der Typenthcorie.

Cpty, H

C 4 N 2 .Pt)H

piaüno- Sternförmig gruppirte Nadeln von blauschwarzer Farbe, die b»'

Stoff as " Gold- bald Silberglauz zeigen, an feuchter Luft zerfliessen, in Alkoh» 1und Aether leicht löslich sind, und stark sauer reagiren. Die LösuDozerlegt kohlensaure Salze unter Aufbrausen. Ueber 140° C. erhitzt, z et 'setzt sich die Platincyanwasserstoffsäure unter Entwickeluiig von Bla' 1 'säure und Hinterlassung von Platincyanür. Man erhält diese Säure a*einfachsten durch Zerlegung des Platincyankupfers mit Schwefelwassersto"'

Piatino-

cyaii^

metalle.

Platino-

cyan-

kalium.

Piatino cyanmetalle.

Die Platincyanwasserstoffsäure .setzt sich mit den basischen Met»"'oxyden sogleich in Wasser und Platinocyanmetalle um. Diese Letzter ezeigen die Erscheinung des Dich roismus in ausgezeichnetem Grade, ,,Ddaher ein sehr schönes Farbenspiel.

i

Pia tinoey anka lium C4N2.Pt) ,

K -(- 6 aq.

Leicht lösliche lange Nadeln oder stärkere rhombische Säulen v °blas.sgelber Farbe bei durchfallendem und quer auf die Säulenaxe falle 11 'dem Lichte, in der Richtung der Säulenaxe aber das Licht lebhaft hi''melblau reflectirend.

Diese Verbindung bildet sich beim Schmelzen von Cyankalium ^Platinschwamm, und beim Auflösen von Platinchlorür in Cyankaliu" 1 'Sie ist der Ausgangspunkt für die Darstellung vieler anderer Plati"'cyanüre.

abe r

Platino-

cyan-magne-

sium.

Platinocyan-Magnesium 4 N 2 .Ptf , _

MgJ + /aq '

Dieses Salz in quadratischen, häufig rosettenförmig gruppirten P rlS 'men krystallisirend, bietet ein prachtvolles Farbenspiel dar. Es z el »nämlich die mannigfachsten Nuancen von Karminroth im dur cfallenden, und herrlich grüne und blaue metallisch glänzen**Farben im zurückgeworfenen Lichte. Seine wässerige Lösung aber 'beinahe farblos.

K »iii;