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2 (1862) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Allgemeiner Theil.

Metamerie.

Den ra-tionellenFormelnder anor-ganischenChemieliegt dasdualisti-sche Sy-stem zuGrunde.

eher empirischer Formel. Das Verhalten derselben lehrt aber, dass siebeide eine verschiedene Gruppirung ihrer Atome haben, dass sie, wie mansich auch ausdrücken kann, verschiedene nähere Bestandteile besitzen.

Die Formel für beide Verbindungen ist empirisch: C 6 H 6 G 4 . Dierationelle Formel aber des ameisensauren Aethyloxyds kann folgender*massen ausgedrückt werden: G 6 H 5 0,C 2 H0 3 , jene des essigsauren Me*thy]oxyds dagegen : C 2 H 3 0, C 4 H 3 0 3 , oder schematisch:

Ameisensaures Aethyloxyd Essigsaures Methyloxyd

C4H5 O = Aethyloxyd C 2 H 3 0 = Methyloxyd

C 2 H 0 3 = Ameisensäure C 4 H 3 0 3 = Essigsäure

C 6 H 6 0 4 . C c H 6 0 4 .

Das ameisensaure Aethyloxyd enthält die näheren AtomgruppenC 4 H 5 O und C 2 H 0 3 , das essigsaure Methyloxyd davon verschiedene,nämlich C 2 H 3 O und C 4 H 3 0 3 .

Diese Art isomerer Körper, bei welcher eine verschiedene Lagerungder Atome gegeben ist, nennt man auch wohl metamere.

In dem obigen Beispiele kann ein Zweifel darüber, dass die ratio-nellen Formeln verschiedene sind, nicht bestehen, welche Verschiedenheitder Anschauung auch über den richtigen Ausdruck derselben beste-hen mag, in anderen Fällen fehlen aber alle und jede Anhaltspunkte fürdie Aufstellung rationeller Formeln, und es bleibt nun hier die Isomerieso lange unerklärt, bis solche Anhaltspunkte gewonnen sind. So ist dieempirische Formel nachstehender organischer Verbindungen die gleiche:Dextrin j

Amylon j C 12 H 10 O 10 ,Cellulose )während ihre Eigenschaften wesentlich verschiedene sind. Wir ahnen,dass die Lagerung der Atome bei den einzelnen eine verschiedene sei,allein wir haben dafür keine Beweise. Solche Körper nennt man iso-mere im engeren Sinne, allein überall wohl wird sich mit der Zeit einederartige Isomerie in Polymerie oder Metamerie auflösen, und geradediese Fälle machen es am klarsten, dass wir einen Körper erst dannkennen, wenn wir eine rationelle Formel für ihn aufzustellen vermögeil)wenn wir seine chemische Constitution erforscht haben.

Der Ausdruck, welchen wir unseren Anschauungen über die Consti-tution chemischer Verbindungen geben, ist stets Ausfluss einer bestimm-ten Theorie: eines Systems. So liegt allen bisher üblichen Formelnder anorganischen Chemie das dualistische System zu Grunde. Wirdenken uns nämlich die Entstehung der chemischen Verbindungen immerals eine Art Paarung oder Copulation entweder einfacher chemischerIndividuen, der Grundstoffe, oder je zweier vereinigter Gruppen solcherIndividuen, und auf gleiche Weise deuten wir uns auch alle Umsetzungen'So ist im Kaliumoxyd K mit O verbunden,

im Wasser H mit O,