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1 (1863) Lehrbuch der anorganischen Chemie : mit Einschluss der experimentellen Technik
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556
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Vorkom-men.

Gewinnung.

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Metalle.

Glanz unverändert bei; auch beim Erhitzen und Schmelzen an der Luftoxydirt es sich nicht. Wird es an der Luft geschmolzen, 'so absorbirt eseine beträchtliche Menge .Sauerstoff, welche es aber beim Erkalten untereinem eigenthümliehen Geräusch: dem sogenannten Spratzen des Silbers,vollständig wieder abgiebt. Auch das Wasser vermag das Silber, wie alleedlen Metalle, weder bei gewöhnlicher, noch bei höherer Temperatur, nochendlich bei Gegenwart von Säuren zu zersetzen. Von den Hydraten derAlkalien und von salpetersauren Alkalien wird es in der Hitze nicht an-gegriffen, und deshalb wendet man in der praktischen Chemie Silbertiegelund Silberkessel an, wenn man Körper mit Kali oder Salpeter, oder einemGemisch von beiden zu schmelzen hat, da Platingefässe durch diese Sub-stanzen stark angegriffen werden.

Von Salzsäure und verdünnter Schwefelsäure wird es ebenfalls nichtangegriffen, von Salpetersäure aber schon in der Kälte und von concen-trirter Schwefelsäure in der Wärme zu Oxydsalzen aufgelöst.

So gering die Verwandtschaft des Silbers zum Sauerstoff ist, sogrosse Affinitäten zeigt es zu Chlor, Brom, Jod und Schwefel. Mit denSalzbildnern verbindet es sich direct schon bei gewöhnlicher Temperatur,und Schwefelwasserstoffgas zersetzt es ebenfalls schon ohne alle Anwen-dung von Wärme, indem es sich mit einer schwarzen Schicht von Schwefel-silber überzieht. Hierauf beruht die Thatsache, dass Silbergeräthe sichin schwefelwasserstoffhaltiger Atmosphäre, in der Nähe von Latrinen, inchemischen Laboratorien, an Orten, wo schwefelwasserstoffhaltige Quellendem Erdboden entströmen, schwärzen.

Aus seinen Verbindungen im feinvertheilten Zustande reducirt, istdas Silber ein graues oder auch wohl schwarzes Pulver, welches unterdem Polirstahl Metallglanz annimmt. Solches Silber wird von Chlor-wasserstoffsäure etwas angegriffen.

Das Silber kann auch in Würfeln und Octaedern krystallisirt erhaltenwerden.

Vorkommen. Das Silber findet sich in der Natur gediegen, zu-weilen in Würfeln und anderen Formen des tesseralen Systems, ausserdemvererzt: an Gold, Quecksilber, Blei, Antimon, Arsen, Schwefel etc. ge-bunden, ist aber noch nicht als Oxyd gefunden.

Gewinnung. Die Gewinnung des Silbers im Grossen durch denSilberhüttenbetrieb ist eine nach der Natur der silberhaltigen Erze sehrverschiedene, und es sind die dabei in Anwendung kommenden Methodenziemlich verwickelter Art. Wie man aus silberhaltigem Bleiglanz esdurch das sogenannte Abtreiben gewinnt, wurde bereits Seite 518 aus-einandergesetzt. Auch andere arme Silbererze werden durch die soge-nannte Bleiarbeit absichtlich mit geröstetem Bleiglanz zusammenge-schmolzen, und dadurch silberhaltiges Blei erhalten, welches dann wieoben weiter behandelt wird.

Eine andere Methode, welche bei bleifreien und reichen Silbererzenin Anwendung kommt, ist das Amalgamationsverfahren, dessen we-