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1 (1863) Lehrbuch der anorganischen Chemie : mit Einschluss der experimentellen Technik
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Metalle.

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Darstellungdes Calomelsa. auf nas-sem Wege.

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gonalen Systems, oder (durch Fällung erhallen) ein schweres, gelblich"weisses Pulver dar. Das Quecksilberchlorür ist in der Hitze ohne Zer-setzung flüchtig, kann daher sublimirt werden, färbt sich am Lichte gelb-braun bis schwarzbraun, ist geschmack- und geruchlos, und in Wasserso gut wie unlöslich. Durch reducirende Agentien wird es im Allge-meinen leicht zu Metall reducirt. Beim Kochen mit Chlorwasserstoff-säure zerfällt das Quecksilberchlorür in Quecksilberchlorid und metalli-sches Quecksilber. Auch Chlorkalium, Chlornatrium und Chlorammoniumwirken in wässriger Lösung auf Quecksilberchlorür derart ein, dassQuecksilberchlorid entsteht, welches sich mit den angewandten Chlor-metallen zu löslichen Doppelchloriden vereinigt, ein Umstand, der in ärzt-licher Beziehung von grosser Wichtigkeit ist, da das Quecksilberchloridund seine Verbindungen sehr heftige Gifte sind, und daher neben Calomelniemals eines der genannten Chlormetalle, und namentlich nicht Salmiakverordnet werden sollte. Zwar ist die Einwirkung der Chlormetalle derAlkalien auf Calomel bei gewöhnlicher Temperatur eine höchst gering-fügige, aber innerhalb des Organismus sind Bedingungen gegeben, welchedie Umsetzung des Quecksilberchlorürs in Chlorid beschleunigen. Esscheint dabei der im Körper jedenfalls vorhandene aetive Sauerstoff, durchwelchen eine Oxydation des Chlornatriums zu Natron und eine Ueber-tragung des freiwerdenden Chlors auf das Chlorür bewirkt wird. (Hg. 2 Cl-(- NaCl 4" 0 — 2HgCl + NaO), sowie auch das Albumin des Blutes,durch welches das Calomel in Sublimat und Quecksilber verwandelt wird,eine Rolle zu spielen.

Das Quecksilberchlorür kann auf verschiedene Weise bereitet werden.In der Pharmacie unterscheidet man die Darstellung desselben auf nas-sem und auf trockenem Wege. a. Auf nassem Wege erhält man dasCalomel durch Fällung einer Auflösung von salpetersaurem Quecksilber-oxydul mit Kochsalzlösung, und gutes Auswaschen des erhaltenen Nieder-schlags, der getrocknet ein schweres, sehr feines gelblichweisses Pulverdarstellt. Der Vorgang bei dieser Darstellung wird durch nachstehendeFormelgleichung ausgedrückt:

Hg,0, N0 5 4- NaCl = NaO, N0 5 4" Hg 2 Cl.

Das auf diesem Wege dargestellte Präparat übt erfahrungsgemässeine viel heftigere arzneiliche Wirkung aus, wie das auf trockenem Wegebereitete, wovon der Grund in seiner feinen Vertheilung und der dadurchbedingten rascheren und reichlicheren Umwandlung in Quecksilberchloridzu suchen sein dürfte. — b. Auf trockenem Woge erhält man das Ca-lomel durch Sublimation eines innigen Gemisches von Quecksilberchloridund metallischem Quecksilber, und sorgfältiges Auswaschen des sublimir-ten faserig krystallinischen oder krystallisirten Chlorürs, nachdem es vor-her fein gepulvert worden, mit Wasser, um sämmtliches etwa noch bei-gemengte Quecksilberchlorid zu entfernen. Das auf dem Wege der Subli-mation bereitete Calomel wirkt milder, als das auf nassem Wege bereitete.Auch durch Sublimation eines Gemenges von schwefelsaurem Quecksilber-