mm
280
Metalloide.
Antimonsulfür.
Formel SbS 3 . Aeq. 170.
Gi'auspiesb-glanzerz.
Spiess-glanzglaö.
Hepar,Crocus
Antimonii.
Mineral-Jtermeß.
Schwefel-autimon-haltigeMineralien,
PrOc- Zusammensetzung: Antimon 71,80;Specif. Gewicht 4,6 bis 4,7.
Schwefel 28,'20.
Das Antimonsulfür oder Dreifach-Schwefelantimon kommt im Mine-ralreiche als das häufigste Antimonerz unter dem Namen Grauspiess-glanzerz oder Antim onglanz vor. Es bildet meist lange, säulenar-tige Krystalle des rhombischen Systems, oder krystallinisch-blättrige undstrahlige Massen von ausgesprochenem Metallglanz und blei- oder stahl-grauer Farbe. Es ist spröde, leicht schmelzbar und in stärkerer Hitzebei Luftabschluss flüchtig. Wird es in geschmolzenem Zustande plötzlichabgekühlt, so stellt es eine dunkelbraune, amorphe Masse dar, welcheein etwas geringeres specifisches Gewicht zeigt, und Nichtleiter der Elek-tricität ist, während das ursprüngliche Schwefelantimon die Elektricitätleitet.
An der Luft erhitzt (geröstet), verwandelt es sich in schwefligeSäure und Antimonoxyd, letzteres aber tritt mit einem Theile unzersetz-ten Schwefelantimons selbst in Verbindung. Eine derartige Verbindungist das Spiessglanzglas, welches man durch unvollständiges Röstendes Grauspiessglanzerzes und Zusammenschmelzen der oxydirten Masseals eine glasartige braune bis hyacinthrothe Masse darstellt. Eine ähn-liche Verbindung kommt ferner im Mineralreiche als ßothspiessglanz-erz in rothen Krystallen nach der Formel Sb0 3 , 2 Sb S 3 zusammenge-setzt, vor.
Hepar und Crocus Antimonii sind obsolete pharmaceutische Präpa-rate, die ebenfalls Oxysulfurete des Antimons, d. h. Verbindungen vonAntimonsulfür mit Antimonoxyd sind. Ein Gemenge von Antimon-sulfür und Antimonoxyd ist der Kermes oder Min er alker m es derPharmacie, ein dunkelrothes Pulver.
In concentrirter Chlorwasserstoffsäure löst sich das Antimonsulfürunter Entwickelung von Schwefelwasserstoffgas zu Antimonchlorür auf.Durch Wasserstoffgas wird es in der Hitze, indem sich Schwefelwasser-stoff bildet, reducirt. Das Antimonsulfür lässt sich künstlich durch Zu-sammenschmelzen der Bestandtheile, oder durch Zersetzung des Antimon-oxyds oder Chlorürs mittelst Schwefelwasserstoffgas darstellen. Auf letz-tere Weise gewonnen, ist es ein schön orangerother Niederschlag.
Das käufliche Schwefelantimon (Grauspiessglanzerz) ist beinahe im-mer arsenhaltig. Es werden daher die aus solchem Schwefelantimondargestellten Präparate meist auch arsenhaltig.
Schwefelantimon bildet einen Bestandteil sehr zahlreicher Minera-lien, in denen es mit anderen Schwefelmetalleu verbunden ist.
So kommt es mit Schwef'elblei als Zinkenit, Plagionit undJamesonit vor , desgleichen als Boulangerit, Geokronit und K11 -brikenit.