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1 (1863) Lehrbuch der anorganischen Chemie : mit Einschluss der experimentellen Technik
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Metalloide.

Arsen und Schwefel.

Arsen-sulfide.

Sie sindalle stark*Sulfosäure

Mit Schwefel verbindet sich das Arsen in mehreren Verhältnissen.Die bisher gekannten dieser Verbindungen sind folgende:AsS 2 —- Zweifach-Schwefelarsen,AsS 3 = Dreifach-Schwefelarsen,AsS.5 = Fünffach-Schwefelarsen.Alle diese Verbindungen sind starke Sulfosäuren, und verbinden siclimit basischen Schwefelmetallen zu wohl charakterisirten Sulfosalzen.

Das Real-gar dientzur Berei-tung desWeiss-feuers.

Zweifach - Schwefelarsen.

Syn. Realgar. Avsensiüfür, rothes Sohwefelarsen.Könne] AsS 2 - Aeq. 107. Proc. Zusammensetzung: Arsen 70.09: Schwefel "29,91.

Diese Verbindung kommt im Mineralreiche in gelbrothen, durch-sichtigen Krystallen vor, kann aber auch künstlich durch Zusammen-schmelzen der Bestandtheile im richtigen Verhältnisse erhalten werden.

Das künstlich dargestellte Schwefelarsen ist eine dunkelrothe, leichtschmelzbare Masse von glasig muschligem Bruche. An der Luft erhitztverbrennt das Zweifach-Schwefelarsen zu schwefliger Säure und arsenigerSäure. In Wasser ist es unlöslich, löslich dagegen in Schwefelalkalime-tallen (Schwefelkalium, Schwefelnatrium, Schwefelammonium), damit rothoder dunkelbraun gefärbte Sulfosalze bildend, welche durch Säuren unterAusscheidung des Schwefelarsens zersetzt werden.

Das im Grossen durch Destillation von Schwefelkies mit Arsenkiesbereitete Realgar enthält oft bedeutende Mengen arseniger Säure. Eswird als Farbe, und in der Feuerwerkerei zur Mischung des Weiss,feuers angewendet.

Dreifach - Schwefelarsen.

Syn. Auripigment, Opperment, Bauschgelb, Arsensulfid.Formel A.sS 3 . Aeq. 123. Proc. Zusammensetzung: Arsen (50,97; Schwefel 39.0:!.

Auch diese Verbindung kommt im Mineralreiche in blättrigen, glän-zenden Massen von sehr schön gelber Farbe als Auripigment vor,und kann durch Zusammenschmelzen seiner Bestandtheile und durch Fäl-lung einer mit Salzsäure versetzten Auflösung von arseniger Säure mitSchwefelwasserstoff erhalten werden. Das künstlich dargestellte bildeteine schön gelbe, schmelzbare, amorphe Masse von glasigem Bruche oderein schönes citronengelbes Pulver. Erhitzt schmilzt es zu einem braun-rothen Liquidum, welches noch stärker erhitzt sich verflüchtigt; es istsonach sublimirbar. An der Luft erhitzt verbrennt es zu schwefliger undarseniger Säure.