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2 (1868) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Aetherische Oele.

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Die Cochenille dient zum Färben von Seide und Wolle in Scharlach und Die rothePonceauroth, zur Bereitung des Carmins und Carminlacks, feiner Maler- Sm Auflä-larben und zur Bereitung von Schminke. In Ammoniak gelöst giebt sie eine Ba von

<z n -L ,i ,-. . . Carmin in

schon rothe Dinte. Ammoniak.

Auch als Heilmittel und zwar als harntreibendes, ist sie angewendet. Beiinnerlichem Gebrauche scheint die Carminsäure unzersetzt in den Harn über-zugehen.

Aehnliche thierische Farbstoffe sind:

Kermes. Die Weibchen von Coccus Ilicis und Goccus Polonicus, Keimes.Welche in Südeuropa auf gewissen Bäumen gesammelt werden, enthaltene men ähnlichen Farbstoff wie die Cochenille, der auch in gleicher Weiseangewendet werden kann. In älterer Zeit hielt man diese Thierchen fürpflanzliche Samen und nannte sie grana Kermes. Möglicherweise istder Farbstoff identisch mit dem der Cochenille.

Lack-Lack und Lack-dye. Es sind dies in den Handel kommende Lack-Lack"arbstoffe, die den obigen ähnlich sind und ebenfalls von Coccusartcn i,"ck-jye.abstammen. Lack-Lack von Coccus Lacca: der Lackschildlaus, die auchden Schellack, ein unten näher zu beschreibendes Harz liefert. Die Ab-stammung des Lack-dye ist ungewiss. Es wird mit Zinnsalz als Beize inder Scharlachfärberei angewandt.

Fünfte Gruppe.

Aetherische Oele.

Der Begriff der ätherischen Oele ist kein rein chemischer, sondernein mehr pharmaceutischer und technischer, indem unter der Bezeichnungätherische Oele chemisch differente organische Verbindungen zusammen-gefasst werden, deren gemeinsames Band nur gewisse mehr äusserlicheund zunächst physikalische Charaktere sind. Diese allgemeinen Charak-tere der ätherischen Oele sind folgende:

Die ätherischen Oele sind theils flüssig, theils fest, die lezteren Aligemeineleicht schmelzbar, alle aber flüchtig, d. h. ohne Zersetzung destillirbar.Ihre Siedepunkte liegen im Allgemeinen ziemlich hoch und weit überjenem des Wassers; demungeaohtet aber gehen sie, wenn sie mit Wassererhitzt werden, mit den Wasserdämpfen über. Auf dieser Eigenschaftberuht eine Methode ihrer Gewinnung. Alle ätherischen Oele besitzeneinen durchdringenden lange haftenden Geruch, der mehr oder wenigerangenehm ist. Die Gerüche unserer Parfüms und Gewürze und wohlauch der Blumen sind von ihrer Gegenwart abhängig. Sie haben einen