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2 (1868) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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566
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Anwendun-gen desGummis.Dinte.Emulsiogummosaund oleosa.

566 Organische Verbindungen unbekannter Constitution.

wendung zur Bereitung der Dinte und gewisser Arzneifbrmen, der Emulsiogummosa und oleosa. Die Emulsio gummosa ist eine Auflösung von arabi-schem Gummi in Mandelmilch, die Emulsio oleosa eine mit Mandelöl ver-setzte Auflösung von arabischem Gummi. Die gewöhnliche Dinte ist eineFlüssigkeit, in der durch einen Gehalt an arabischem Gummi das Färbende:gerbsaures und gallussaures Eisenoxyduloxyd: ein schwarzblauer Niederschlag,fein vertheilt, schwebend (suspendirt) erhalten wird.

Das Gummi findet ausserdem in der Färberei und als Klebemittel einevielfache Anwendung.

Gewinnung,

2. Dextrin, Stärkegummi.

Dieses Gummi wurde im Blute der Herbivoren und in grosser Mengeim Pferdefleische nachgewiesen; es bildet sich aus Amylum bei Einwir-kung höherer Temperatur, durch Diastas, durch Kochen mit verdünntenSäuren; auch bei der Behandlung des arabischen Gummis mit verdünn-ter Schwefelsäure entsteht es als Zwischenproduct.

Das Dextrin kommt in seinem äusseren Ansehen und in den meistenEigenschaften mit dem gewöhnlichen Gummi überein; wie dieses ist esnamentlich auch in Wasser vollkommen löslich. Von der Verschieden-heit des Ursprungs abgesehen, unterscheidet es sich vom arabischen Gummidadurch, dass seine Lösung die Polarisationsebene des Lichtes stark nachrechts dreht (daher der Name Dextrin), dass es bei der Behandlung mitSalpetersäure keine Schleimsäure, sondern nur Oxalsäure giebt, dass esendlich von Bleiessig nicht gefällt wird. Durch Diastas und verdünnteSäuren wird es in Traubenzucker verwandelt.

Gewinnung. Da das Dextrin die natürlichen Gummiarten in ihrenmeisten Anwendungen vollkommen ersetzt und billiger zu stehen kommt,wird es im Grossen fabrikmässig dargestellt. Die gewöhnlichste Methode istfolgende: Man befeuchtet Stärkemehl mit Wasser, welchem etwa 2 Proc.Salpetersäure zugesetzt werden, lässt an der Luft trocknen und erhitzt dannauf 110» C.

Eine ältere Methode besteht darin, das Stärkemehl für sich auf 210° C. zuerhitzen. Dieses pulverförmige und 'gelbliche Dextrin wurde als sogenanntesLeiocome in den Handel gebracht. Auch durch Einwirkung von Malz(Diastas) auf Stärke wird es erzeugt. Es ist daher im Biere enthalten. Wenndurch die Einwirkung des Diastas sich die Stärke aufgelöst hat und manerhitzt rasch zum Kochen, so wird die weitere Umwandlung dos Dextrins inTraubenzucker verhindert, kocht man aber nicht, so verwandelt sich das Dex-trin allmählich vollständig in Zucker.

Die Anwendungen des Dextrins sind die des Gummis.

B. Mit Wasser nur aufquellende Gummiarten.

Bassorin

uasBoriu. ist der wesentliche Bestandteil des Traganthgummis, Gummi Traga-canthae, welches in weissen, bis gelblich-weissen durchscheinenden Körnern,