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2 (1868) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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260
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Allyl-clilorür.

AUyljodür

Allylsnlfttr

260 Einatomige Alkohole und ilmon correspondirende Säuren.

Allylohlorür: " :! pi" • Zwischen 44° bis 45° siedende Klüssigkeit

von 0,934 speeif. Gewicht (bei 0°), welche durch alkoholische Kalilösungunter Abscheidung von Chlorkalium Allyläthyläther liefert.

Man erhält Allylohlorür durch Behandlung von oxalsaurem Allyl mit eineralkoholischen Lösung von Chlorcalcium, wobei sich oxalsaures Calcium ab-scheidet. Auch durch Einwirkung von AUyljodür auf eine alkoholische Lö-sung von Quecksilberchlorid, sowie von Chlorphosphor auf Äthylalkohol wirdes erhalten.

AUyljodür:

G3H5'

Allylbromürund Chloi'ür.

Farblose Flüssigkeit von zuerst ätherartigem, hintennach lauch-artigem Geruch, bei 101° G. siedend. Unlöslich in Wasser, aber löslichin Alkohol und Aether. Mit Quecksilber geschüttelt verwandelt es sichin Krystalle von Quecksilberallyljodür: GgHsHgJ. Bei der Behand-lung mit Jodwasserstoff geht es in Isopropyljodür über: G3H5J -\- 2HJ= G3H7J -j— 2 J. Man kann demnach aus der Allylreihe in die Iso-propylreihe gelangen.

Man erhält das AUyljodür durch Behandlung des Allylalkohols mitJodphosphor; leichter aber noch durch Einwirkung von Jodphosphor aufGlycerin.

Das AUyljodür ist der Ausgangspunkt für die Darstellung der meistenübrigen Allylverbindungen, so des Allyläthers, der zusammengesetzten Allyl-äther und des Allyls selbst.

Auch Allylbromür, Gs #/},

ist dargestellt, aber nur wenig studirt,

Allylsulfür:

G 3 H 5 '

ist derHauptbe-standtheildes Knob-lauchöls.

Leichtes, klares, schwach gelb gefärbtes Oel von durchdringendemGeruch nach Knoblauch. Siedet bei 140°C, schwer löslich in Wasser-leicht löslich in Alkohol und Aether.

Das Schwefelallyl verbindet sich mit Quecksilberchlorid zu einerDoppelverbindung, die wahrscheinlich aus Schwefelallyl-Schwefelqueck-silber und aus Allylehlorür-Chlorquecksilber besteht. Eine ähnliche Ver-bindung bildet es mit Chlorplatin. Mit salpetersaurem Silber-oxyd giebt es Schwefelsilber und eine schön krystallisirte Doppelverbin-dung von Allyloxyd mit salpetersaurem Silberoxyd.

Das Allylsulfür ist der Hauptbestandtheil des Knoblauchöls,welches durch Destillation der Zwiebeln des Knoblauchs: Ällium sativurttimit Wasser gewonnen wird.

Durch Rectification, zuletzt über metallisches Kalium, wird das Knoblauchölgereinigt, und hat dann die Zusammensetzung und die Eigenschaften desAllyl-sulfürs. Künstlich erhält man es durch Behandlung von AUyljodür mit einfachSchwefelkalium,