Säuren der
Oelsilure-
gruppo.
256 Einatomige Alkohole und ihnen correspondirende Säuren.
Die hierher gehörigen Säuren der sogenannten Oelsäuregrnjsind folgende:
Acrylsäure....... G 3 H 4 0 2
Crotonsäure .AngelicasäurePyroterebinsäureDamalursäureGimieinsäure .IlypogaeasäureOelsäure .DoeglingsäureErueasäure .
G 4 H 6 0 2
e 5 h s 0,
G 0 H 10 O 2€7 H11 G*2Gi 5 H 28 0 2G 16 H. J0 O 2G 18 H :U 0 2Gi 9 H 36 0 2G 22 H42 Q 2
Allgemeiner
Charakter
derselben.
Als Typus der Keihe wird die Oelsäure angesehen, die das best-studirte Glied derselben ist und einen wesentlichen Bestandtheil der Fette,namentlich der flüssigen (fetten Oele) ausmacht. Die höheren Glieder derReihe stehen überhaupt zu den Fetten in einer ähnlichen Beziehung wiedie eigentlichen Fettsäuren, d. h. sie sind als Bestandtheile gewisser Fettenachgewiesen, während die niedrigeren Glieder eigenthümliohe Bildungs-weisen haben.
Die Säuren der Oelsäuregruppe sind theils fest, theils flüssig unddann ölartig, die festen sind sämmtlich leicht schmelzbar, die flüssigentheils flüchtig, theils nichtfiüchtig. In ihren Verbindungsverhältnissengleichen sie den eigentlichen fetten Säuren.
Nach ihren Bildungsweisen und ihren Zersetzungen können die Säu-ren der Oelsäuregruppe betrachtet werden als die correspondirenden Säu-ren einer Classe von Alkoholen, die sich aus, dem ölbildenden Gase polj r -meren, Kohlenwasserstoffen durch Aufnahme von 1 At. O bilden. So giebt
G 3 H 0 + 0
G 8 H« 0 corresp. G 3 II 4 G 2
Bildungs-weisen.
Propylen Allyalkohol Säure Acrylsäure
Die Gemeinsamkeit der Bildungsweisen, welche wir bei den fettenSäuren beobachteten, fehlt hier durchaus. Nur zwei derselben könnenaus ihren Alkoholen resp. ihren Aldehyden durch Oxydation erhaltenwerden: die Acrylsäure aus Allylalkohol und aus Acrolein (ihrem Alde-hyde), die Angelikasäure aus ihrem Aldehyde. Der bei den fetten Säu-ren so allgemeine Weg, dieselbe aus den Cyanverbinduugen der Alkohol-radicale durch Behandlung mit Kalilauge zu gewinnen, führt nur für dieCrotonsäure zum Ziele, welche aus Allylcyanür erhalten werden kann.Glatte Synthesen dieser Säuren endlich sind ebenfalls noch nicht durch-geführt.
Nach gewissen Umsetzungen dieser Säuren kann man dieselben be-trachten als fette Säuren, in welchen 1 At. H durch das Radical VinylG ; > H 3 ersetzt wäre. So wäre die Acrylsäure:
6L „ [0.,, d. h. Ameisensäure, in der 1 At. H durch G 2 Hj ersetzt
ist.
G
(H 6