. fXVj»**; ftx
438
Der (jjisweekgei,
Wir gehen jetzt zu den Resultaten über, zu welchen Regnaultund Reiset bei ihren Versuchen gelangt sind. Sie fanden, dass, wennihre Versuchsthiere ihrem gewöhnlichen Regime unterlagen, dieselbenstets Stickstoff entwickelten, aber nicht so viel, wie frühere Beobachterangegeben hatten. Die Menge dieses Gases erhob sich nie über 2 % desin derselben Zeit absorbirten Sauerstoffgases und betrug sogar meistweniger als 1 °/ 0 .
Sie fanden weiter, dass Thiere, welche gefastot hatten, oft etwasStickstoff absorbirten. Die Menge desselben schwankte zwischen den-selben Verhältnissen, wie die Menge des von den Thieren bei gewöhn-lichen Nahrungsverhältnissen ausgeathmeten Stickstoffes. Diese Stickstoff-absorption wurde fast constant bei den Vögeln, seltener dagegen bei denSäugethieren beobachtet.
Wenn ein Thier, nachdem es mehrere Tage gefastet hatte, eineNahrung erhielt, welche von seiner gewöhnlichen sehr bedeutend differirte,so absorbirte es häufig noch während einiger Tage Stickstoff, wahrschein-lich noch so lange, bis es sich an das neue Regime gewöhnt hatte; nach-her kehrte es zu seiner gewöhnlichen Stickstoffentwicklung zurück. DieseThatsache wurde nur an Hühnern constatirt, welche nach mehrtägigemFasten anstatt der Körnerkost Fleisch erhielten.
Wurde ein Thier in Folge der geänderten Nahrung oder aus an-deren Ursachen krank, so absorbirte dasselbe Stickgas. Dies wurde aneiner Ente constant beobachtet.
Das Verhältniss zwischen der Sauerstoffmenge, welche in der Kohlen-säure enthalten ist, und der ganzen verbrauchten Sauerstoffmenge schienmehr von der Nahrung, als von der Classe, zu der die Thiere gehörten,abzuhängen. Dieses Verhältniss war grösser, wenn das Thier von Cerealienlebte, und überstieg dann oft die Einheit. Wenn sich die Thiere aus-schliesslich von Fleisch nährten, war dieses Verhältniss geringer undschwankte zwischen 0,62 und 0,80. Bei Kräuterfutter standen die Ver-hältnisse in der Regel zwischen beiden.
Es ist vollkommen einsichtlich und versteht sich im Grunde vonselbst, dass die Respirationsproducte mehr abhängen von der Nahrung, alsvon der Art des Thieres. Denn das Thier macht ja eine Art von Ana-lyse der organischen Verbindungen, welche es zu sich nimmt; es müssenalso auch die Producte dieser Analyse den analysirten Substanzen ent-sprechen. Wenn wir uns denken, dass ein Thier ausschliesslich aufKosten von Kohlehydraten respirirt, so wird das Sauerstoffgas nur ver-wendet zur Oxydation von Kohlenstoff, es inuss also der ganze Sauerstoffin der Kohlensäure wieder zum Vorsehein kommen. Das Volum der aus-geathmeten Kohlensäure ist dann gleich dem Volum des absorbirtenSauerstoffs, denn das Volum der Kohlensäure ist bekanntlich gleich demVolum, welches ihr Sauerstoff im freien Zustande einnehmen würde,weil bei der Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff zu Kohlensäureeine solche Condensation eintritt, dass das Volum des Kohlenstoffs inder neuen Verbindung verschwindet, und nur das Gewicht des Sauer-stoffes um das des Kohlenstoffes vermehrt wird.
Auffallend ist es nur, dass nach den Versuchen von Regnault undReiset oft mehr Sauerstoff in der Kohlensäure ausgeathmet wurde, alsin derselben Zeit absorbirt worden war. Das hat seine Erklärung gefunden