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1 (1881) Physiologie des Kreislaufs, der Ernährung, der Absonderung, der Respiration und der Bewegungserscheinungen
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Harnsteine.

sind ihm dort Säuglinge mit Symptomen vorgekommen, die denen einerSteinkolik ganz ähnlich waren. Ferner gibt Heller an, Uratooneretionenbei Säuglingen nicht nur in der jSTiere, sondern auch in der Blase ge-funden zu haben. Wenn man sieht, wie der Kern der Harnsteine in denmeisten Fällen aus Harnsäure besteht, und erfährt, dass ein grosser Theilder Steine aus früher Jugend herrührt, so kann man kaum daran zwei-feln, dass die Steinkrankheit mit dem Harnsäureinfarct der Neugebornenim directen Zusammenhange steht.

Da es ausserordentlich schwer ist, Erfahrungen zu machen überdas Regime, welches bei der Steinkrankheit günstig oder ungünstig ist,und über die Medicamente, welche bei der Steinkrankheit nützlich seinkönnen, so ist das, was man in derselben gethan hat, grösstentheils nachtheoretischen Voraussetzungen gemacht worden. Im vorigen Jahrhundertwurde in England namentlich viel Magnesia gegen Steinkrankheit gegeben.Es rührte dies her von der Vorstellung der Aerzte, dass man mit derMagnesia die Säure im Organismus tilgen müsse, weil diese die eigent-liche Ursache der Krankheit sei. Obgleich man aber so viel Magnesiagab, dass in einzelnen Fällen Darmsteine aus Magnesia entstanden, soentsprach der Erfolg doch nicht den gehegton Erwartungen. Es tratspäter ein Frauenzimmer auf, welches ein Geheimmittel gegen die Stein-krankheit hatte, über das sogar im Parlamente verhandelt wurde, undals sie dieses Geheimniss aufdeckte, so zeigte es sich, dass ihr Mittelaus spanischer Seife mit gebrannten Schneckenhäusern und Eierschaalennebst etwas Potasche bestand. Von dieser Seife, die aus Olivenöl undSoda bereitet war, wurden die äusseren Rindenschichten weggenommen,und der Kern wurde mit den erwähnten Zusätzen innerlich gebraucht.Es lag offenbar auch hier die Idee zu Grunde, durch Alkalien auf dieSäure im Organismus zu wirken. Dann wurden kohlensaure alkalischeWässer getrunken, und diese sind es, welche ihren Euf bis auf denheutigen Tag behalten haben. Man hat statt ihrer auch kohlensaureAlkalien allein gegeben, namentlich in neuerer Zeit auch kohlensauresLithion, weil das saure harnsaure Lithion im Wasser viel leichter löslichist, als das saure harnsaure Natron. Aber die freie Kohlensäure in denalkalischen Wässern ist wahrscheinlich nicht ganz wirkungslos, indem siedazu dient, selbst wenn der Harn nur noch schwach sauer ist, die Phos-phate in Auflösung zu erhalten. Zugleich macht die Kohlensäure über-haupt grössere Mengen von diesen Wässern nehmbar, sie würden denMagen viel unangenehmer afficiren, wenn sie die Kohlensäure nichtenthielten, und die Menge der Flüssigkeit, die genommen wird, ist auchein wesentlicher Factor, mit dem man rechnen mues, weil durch sie dieGelegenheit zu neuer Ausscheidung vermindert wird.

Es kann die Frage aufgeworfen werden, ob es möglich ist, durchein bestimmtes Kegime und durch bestimmte Medicamente die Ablagerungund das Wachsthum der Steine zu verhüten oder gar schon vorhandeneSteine aufzulösen. Das kann im Allgemeinen nicht verneint werden,indem ganz bestimmte Daten dafür vorliegen, dass Harnsteine wenigstenspartiell in den Harnwegen aufgelöst worden sind. Ich habe einen Harn-stein gesehen, bei welchem es sich aus den Symptomen mit voller Be-stimmtheit ergeben hatte, dass derselbe drei Wochen im Ureter gesteckt.Er hatte hier aber keine vollständige Verstopfung hervorgebracht, denn