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Der Bau der Niere.
für ein anderes System von Bohren. Ludwig hat aber nachgewiesen,dass die Schleife an beiden Enden mit den Harnkanälchen im Zusammen-hange ist und nur ein in die Marksubstanz herabsteigendes Stück desHarnkanälchens darstellt.
Die Tubuli recti vereinigen sich unter einander, indem sie sichwie die Zweige einer Pyramidenpappel in spitzen Winkeln zusammen-setzen. So wird zuletzt ein Gang gebildet, der neben anderen auf derPapilla renalis ausmündet (s. Fig. 37 m). Das Epithelium wird mit derErweiterung der Bohren höher, so dass es in den Sammelröhren einentschiedenes Cylinderepithelium ist. Es bleibt aber immer einschichtig-
Eine zusammengesetzte Sammelröhre mit allen ihren Tubulis con-tortis und den Malpighi'schen Kapseln, welche daran hängen, bilden zu-sammen eine Ferrein'sche Pyramide. Die ganze Summe von solchenFerrein'schen Pyramiden, welche ein und demselben Nierenkelche an-gehört, bildet eine Malpighi'sehe Pyramide. Diese sind an ihrem innerenEnde, wo sie in die Calices renum hineinragen, vollständig von einandergeschieden, an ihrem äussern Ende aber, in der Corticalsubstanz con-fLniren sie, indem hier die Tubuli contorti der nebeneinander liegendenMalpighi'schen Pyramiden sieh direct einander berühren und nur imkindlichen Alter noch deutlich von einander getrennt sind.
Die Malpighi'schen Körperchen und die Tubuli contorti sind nichtbeschränkt auf die Corticalsubstanz, sondern sie liegen auch zwischenden einzelnen Malpighi'schen Pyramiden, und man kann sie hier bis zueiner ziemlichen Tiefe in die Marksubstanz hinein verfolgen. Diese vonTubulis contortis und Malpighi'schen Körperchen gebildeten Zwischen-stücke heissen Columnae Bertini. Sie bilden thatsächlich keine Säulen,sondern vielmehr ein Fachwerk, in dem die Pyramiden stecken, abersie haben ihren Namen erhalten, weil sie auf Durchschnitten, die inder Bichtung der Sammelröhren gemacht sind, wie Säulen, die zwischenden einzelnen Malpighi'schen Pyramiden stehen, erscheinen.
Das Vas efferens, welches aus dem Malpighi'schen Körperchen her-auskommt, die kleine Arterie, geht zunächst über in ein Capillarnetz,welches die Harnkanälchen umspinnt, und aus welchem die Venen wiederhervorgehen, von denen der grösste Theil gestreckt in der Marksubstanzzwischen den Tubulis rectis und den Henle'schen Schlingen liegt. Beimanchen Säugethieren, z. B. bei Kaninchen, gehen alle Endäste derArteria renalis, welche sich nicht in der Kapsel der Niere verzweigen,in ein Malpighi'sches Körperchen über, so dass, wenn man eine solcheNiere mit einer Masse injicirt, welche nicht fein genug ist, das Mal-pighi'sche Wundernetz zu passiren, gar keine Injectionsmasse in di eMarksubstanz hineingelangt. Wenn man den zu injicirenden Farbstoöunter Leim mischt und damit injicirt, so kann man oft sehen, dass dieInjectionsmasse im Malpighi'schen Körperchen liegen bleibt, der Leimaber durch das Vas efferens noch weiter in die Capillaren vorgedrungenist. Beim Menschen ist es nach den Untersuchungen von VirchoWetwas anders, hier gehen ausser den Endästen, welche in die Malpighi'sehen Körperchen auslaufen, andere in die Marksubstanz, bilden hierlangmaschige Capillaren, welche zwischen den Henle'schen Schlingen undden Tubulis rectis liegen, und deren Blut sich in kleineren Venen