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1 (1881) Physiologie des Kreislaufs, der Ernährung, der Absonderung, der Respiration und der Bewegungserscheinungen
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Anorganische Nahrungsmittel.

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um diejenigen anorganischen Substanzen zu ersetzen, welche durch denHarn fortwährend aus dem Körper ausgeschieden werden. In Rücksichtauf den Aufbau unseres Leibes sind uns in erster Eeihe die phosphoi'sauren Salze wichtig, weil wir ja von ihnen eine grosse Menge z uD1Aufbau unseres Knochensystems verwenden. Wir brauchen aber auc«andere anorganische Substanzen, schwefelsaure Salze, Chlorverbindungen)welche einen Bestandtheil unseres Körpers ausmachen. Im Ganzen, kom'men uns aber alle diese Verbindungen oder die Materialien für dieselbendurch unsere gewöhnliche Nahrung zu. Die phosphorsauren Salze sindtheils als solche in der vegetabilischen und in der animalischen Nahrungenthalten, theils werden sie auf Kosten von Lecithin und andere 0phosphorhaltigen organischen Verbindungen gebildet. Ebenso ist es n* 1den schwefelsauren Salzen. Sie sind theils in unserer Nahrung en*'halten, theils werden sie in unserem Körper durch die Oxydation deSchwefels gebildet, welchen wir in den Eiweisskörpern in nicht unb e 'trächtlicher Menge zu uns nehmen. Der Kalk, dessen wir bedürfen, lStheils in unseren Nahrungsmitteln, theils in unserem Trinkwasser ent'halten. "Wir brauchen also im Allgemeinen für diese Zwecke keinanorganischen Substanzen als solche gesondert einzuführen. Nur einmacht davon eine Ausnahme, das Kochsalz. Es worden fortwährend m 1 'dem Harne so viel Chlorverbindungen ausgeleert, dass wir unsei' eINormalzustand nicht völlig constant erhalten können, ohne den SpeisenKochsalz zuzusetzen. Man hat ja gefunden, dass auch das Vieh besse 1 'gedeiht, wenn man ihm eine gewisse Menge von Kochsalz in Substanzzuführt. Selbst die Thicre des Waldes gehen dem Kochsalz nach. I* lCFörster legen bekanntlich Salzlecken an, um die Hirsche an gewis seOrte hinzugewöhnen. Der reiche und üppige Sallust preist im hohe 0Grade die Massigkeit der Aethiopier und sagt von ihnen, dass sie kei°Salz gekannt hätten, weil bei ihnen die Speisen dazu dienten, " eHunger zu befriedigen und nicht als irritamentum gulae genossen wurde 0.Auch wir kennen noch äthiopische Stämme, bei denen das Salz selte 11und theuer ist, aber wir wissen, dass sie suchen, es sich zu verschaff 60 'wo sie Gelegenheit finden. Zugleich sollen diese Stämme mehr als an'dere an Eingeweidewürmern, namentlich an Tänien leiden. Es mag «**zusammenhängen mit ihrer anderweitigen Lebensweise, es mag das abeauch zum Theile mit der geringen Menge von Salz zusammenhängen, di esie verbrauchen. Dass wir Europäer auf die Dauer nicht ohne Salz lebe 0können, das hat sich in früherer Zeit in auffallender Weise gezeigt, a *?häufig Militärflüchtlinge im salzburgischen, oberösterreichischen u °kärnthncrischen Hochgebirge als Wildschützen lebten. Diese salzten d aSGemsflcisch, von dem sie sich zum grossen Theile nährten, eine Zeilang mit Schiesspulver, wenn ihnen das Salz ausgegangen war: dannaber konnten sie es nicht mehr aushalten, sie stiegen mit Gefahr ihi' elFreiheit und ihres Lebens ins Dorf hinab, um Salz zu holen.

Wenn anderweitige anorganische Substanzen genossen werden, fgeschieht es wesentlich zu drei verschiedenen Zwecken. Erstens um 1Zeiten der Noth den Localhunger, den Magenhunger, zu beschwichtige 0 'den Magen anzufüllen, dann aus Leckerei (ganze Völker haben gewisse 0anorganischen Substanzen Geschmack abgewonnen), und drittens aUlkrankhaftem Gelüste.