Theoretisches.
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bei der Elektrolyse frei von Polarisation, wenn man von den anden Elektroden auftretenden Konzentrationsunterschieden ab-sieht; jede Zelle oder Kette mit unangreifbaren Elektroden ge-hört zu den polarisierbaren.
Der Polarisationsstrom setzt sich wie die elektromotorischeKraft aus den an den Elektroden auftretenden Potentialsprüngenzusammen. Die Gesetze desselben finden in der osmotischenTheorie gleichen Ausdruck wie die der primären Ströme, so daßauch für jene die NEENST'sche Formel Geltung hat:
0-000198
n
Tl °S~
Der Polarisationsstrom wächst mit der Intensität des primärenStromes, ob zu einem Maximum, ist noch nicht endgültig fest-gestellt.
Es giebt nun verschiedene Arten von Polarisation:
1. Die Kathode ist polarisierbar, die Anode ist nicht polarisier-bar (kathodische Polarisation) z. B.:
— Pt | ZnS0 4 | Zn -f.
Da an der Anode sich immer wieder Zinksulfat an metallischerOberfläche bildet, bleiben hier die Verhältnisse im Gegensatze zuder Kathode unverändert, abgesehen natürlich von den Konzen-trationsverschiebungen.
2. Die Anode ist polarisierbar, die Kathode ist nicht polarisier-bar (anodische Polarisation) z. B.:
— Zn | ZnCl 2 | C +.
Nunmehr bleiben die Verhältnisse an der Kathode dieselben,an der Anode entweicht Chlor, welches die Kohlenelektrode zueiner Chlorelektrode umgestaltet.
3. Beide Elektroden sind polarisierbar, etwa:
— Pt ] H 2 S0 4 | Pt + ,
wobei bald eine Wasserstoff- resp. Sauerstoffschicht die Kathode,resp. Anode überzieht.
Aus diesen Überlegungen geht zweierlei hervor. Zunächstmuß zur dauernden Zersetzung eine Primärkraft in Thätigkeit sein,welche größer ist, als die mögliche elektromotorische Kraft desPolarisationsstromes. Im anderen Falle würde der Polarisations-strom die zunächst eingeleitete Zersetzung des ersten Stromeswieder rückgängig machen und somit eine weitere Elektrolyseverhindern.