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1 (1871) Lehrbuch der anorganischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Metalle.

und bei der letzteren: Hg 2 S,0 8 + 2Hg + 2 Na Gl = 2 Hg, Gl 4-Na. 2 S,O s .Auch auf nassem "Wege kann man Calomel nach einer anderen Methodeund zwar krystallisirt erhalten, indem man durch eine Auflösung vonQuecksilberchlorid, die bis auf -J- 50 bis 60° C. erwärmt ist, schwefligsauresGas leitet: 4HgCl + 2 S 2 0 4 -f 4H0 = 2HCl -f- 2Hg 2 Cl +H 2 S 3 0 8 .Das Quecksilberchlorür ist eines der am häufigsten angewandtenArzneimittel des ganzen Arzneischatzes und namentlich auch unter denQuecksilberpräparaten selbst, das ärztlich wichtigste.

Quecksilberchlorid.Syn. Aetzsublimat. Mercurius suhlimaUis corrosivus.

HgClVerbin&ungsgewichtsformel.

Hg€l 2

Atomistische Molekularformel."nJColekulargewicht = 271. ■

Quecksilber-chlorid.

Mercuriuspraecipita-tus albus

Aus einer wässerigen Lösung krystallisirend, bildet das Quecksilber-chlorid lange weisse, glänzende Prismen des rhombischen Systems; dasdurch Sublimation dargestellte: weisse durchscheinende schwere Massenvon grobkörnigem Bruche. Das Quecksilberchlorid schmilzt in der Hitzeund verflüchtigt sich schon bei etwa 300° C. unzersetzt: es kami dahersublimirt werden. Das Volumgewicht seines Dampfes (Wasserstoff = 1)ist 135,5. Hieraus ergiebt sich, dass, während 1 At. Quecksilber infreiem Zustande 2 Volumina repräsentirt, es im Quecksilberchloride nurden Raum von 1 Vol. einnimmt. Das Quecksilberchlorid ist in Wasser,Weingeist und Aether löslich; die wässerige Lösung röthet Lackmus undschmeckt scharf, ätzend, metallisch. Es wirkt innerlich als sehr heftigesGift, äusserlich schwach ätzend. Seine wässerige Lösung verhält sich imAllgemeinen wie die eines Oxydsalses. Viele Metalle und andere reducirendeAgentien entziehen dem Quecksilberchlorid Chlor "und verwandeln es inChlorür, oder in metallisches Quecksilber. Mit metallischem Quecksilberzusammengerieben, wird es unmittelbar in Quecksilberchlorür verwandelt.

Das Quecksilberchlorid geht mit Quceksilberoxyd, Schwefelqueeksilber,Phosphorquecksilber, Jodquecksilber und namentlich anderen Chlor metallenchemische Verbindungen in verschiedenen stöchiomutrischen Verhältnissenein, so namentlich mit Chlornatrium, Chlorkalium und Chlorammonium.Kaustisches Ammoniak fällt aus der Auflösung des Quecksilberchloridseinen weissen Niederschlag: NHg 2 H 2 Cl, der dieser Formel zufolge alsChlorammonium betrachtet werden kann, in welchem 2 Verbindungsge-wichte H durch 2 Verbindungsgewichte Hg vertreten sind (Bimercur-ammoniumchlorid, unschmelzbarer weisser Präcipitat). BeimErhitzen zerfällt er, ohne zu schmelzen, in Calomel, Stickstoffgas und Am-moniakgas.

Das unter dem Namen Mercurius praeeipitatus albus oder weisserQuecksilber-Präcipitat bekannte pharmaceutische Präparat ist ein