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1 (1871) Lehrbuch der anorganischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Kupfer.

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OuOVerbindunesgewiclitsformel.

Kupferoxyd.

GuO

Atomistische Molekularformel.Molekulargewicht = 79,4.

Auch das Kupferoxyd kommt im Mineralreiche, wenngleich selten Kupfeivollkommen rein, als sogenannte Kupferschwärze vor. Künstlich dar-gestellt, ist es ein schweres sammetschwarzes, in Wasser unlösliches Pul-ver, welches aus der Luft begierig Wasser anzieht und erst in der stärk-sten Hitze schmilzt. Durch Kohle und Wasserstoffgas wird es in derHitze ausserordentlich leicht zu Metall reducirt; wenn man daher orga-nische Substanzen mit Kupferoxyd glüht, so verwandelt der Sauerstoffdes Kupferoxyds den Kohlenstoff der organischen Substanzen in Kohlen-säure und ihren Wasserstoff in Wasser. Ist genug Kupferoxyd vorhan-den, so kann auf diese Weise die organische Substanz vollkommen ver-brannt, d. h. in Kohlensäure und Wasser verwandelt werden. Hieraufberuht die Anwendung des Kupferoxyds zur Analyse organischer Körper,zur sogenannten Elementaranalyse.

Das Kupferoxyd ist eine Salzbasis und bildet mit Säuren die Kupfer-oxydsalze. In jenen Säuren, mit denen es lösliche Salze bildet, löst essich ohne Schwierigkeit auf.

Man erhält das Kupferoxyd am einfachsten durch Glühen des sal-petersauren Kupfers, auch wohl durch Glühen von Kupferdrehspähnenan der Luft, oder im Sauerstoffgase.

Kupferhydroxyd oder Kupferoxydhydrat: CuH0 2 oder CuO, Kupf,

HO oder €hl 2 H 2 ö 2 , wird durch Fällen eines löslichen Kupferoxydsalzesmit Kali in Gestalt eines blaugrünen Niederschlags erhalten, der bei mas-siger Wärme getrocknet, ein blass blaugrünes Pulver darstellt, das alsMalerfarbe Anwendung findet. Bis über 100° C. erhitzt, verliert es Wasser,und wird zu schwarzem Oxyd.

Auch beim Erhitzen der Flüssigkeit, in der der Niederschlag vonKupferoxydhydrat suspendirt ist, geht es in schwarzes Kupferoxyd über.War aber das Kupferoxydhydrat aus einer Lösung durch Kali oder Natrongefällt worden, der man vorher etwas Ammoniak oder ein Ammoniaksalzzugesetzt hatte, so geht es beim Kochen mit Wasser nicht in schwarzesKupferoxyd über. Das Kupferoxydhydrat, die eigentliche Basis der Kupfer-oxydsalze, löst sich sehr leicht in jenen Säuren, mit welchen es löslicheSalze bildet, auch in Ammoniak löst es sich mit sehr schön blauer Farbeauf. Das Kupferoxyd färbt die Gläser grün.

Oxydhydrat.