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1 (1871) Lehrbuch der anorganischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Aluminium.

Verbindungen des Aluminiums mit Oxysäuren.Aluminium- oder Thonerdesalze.

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Die Thonerdesalze sind zum grössten Theil in Wasser löslich. Die Thonerde-'öslichen haben einen eigenthümlich süss-säuerliehen, stark zusammen- 8JGehenden Geschmack und reagiren sauer. Beim Glühen verlieren sie ihrekäure. Die in Wasser unlöslichen werden meist von Salzsäure gelöst.■"* den Lösungen bewirkt kaustisches Kali oder Natron einen im Ueber-Sc huss des Fällungsmittels leicht löslichen und daher wieder verschwin-denden Niederschlag von Aluminiumhydroxyd. Nach dem Befeuchtenttut wenig salpetersaurem Kobaltoxydul geben die Thonerdesalze, beimErhitzen vor dem Löthrohre, eine für sie charakteristische schön blaue^geschmolzene Masse.

Mit der Kohlensäure geht Aluminium keine Verbindung ein.

Die Thonerdesalze sind durch eine grosse Neigung ausgezeichnet,^oppelsalze zu bilden, gehören zu den verbreitetsten Stoffen auf unseremPlaneten und finden sich in ausserordentlich zahlreichen Mineralien und^ebirgsarten; insbesondere gilt dies von den Verbindungen des Alumi-niums mit Kieselsäure. Im Pflanzenreiche dagegen finden sich nur zu-teilen geringe Mengen von Thonerdesalzen, im Thierreiche fehlen die-selben gänzlich.

Die wichtigeren Thonerdesalze sind folgende:

Schwefelsaures Aluminium. Schwefelsaure Thonerde. Schwefei-Aluminiumsulfat: Al 4 3 S 2 0 8 -f- 36aq. oder 2 Al 2 0 3 ,3S 2 O e -f- 36 aq. „dT°<ler Al m 2 3 S 0 4 + 18 H 2 O. Künstlich dargestellt, krystallisirt dieSchwefelsaure Thonerde in dünnen, perlmutterglänzenden, weichen NadelnUt| d Blättchen, ist luftbeständig, löst sich in Wasser leicht auf und ver-le rt beim Erhitzen ihr Krystallwasser unter starkem Aufblähen.

Diese Verbindung findet sich natürlich im Mineralreiche als soge-nanntes Haarsalz oder Federalaun. Eine im Mineralreiche vorkom-mende schwefelsaure Thonerde mit 9Verb.-Gew. Wasser ist der Aluminit Aiuminit.0( ler Websterit.

Wird im Grossen fabrikmässig dargestellt durch Erhitzen von eisen-freiem Thon mit Schwefelsäure.

Phosphorsaure Thonerde. Durch Fällung eines Thonerdesalzes Phosphor-it phosphorsaurem Natron dargestellt, ist sie ein weisser, gallertiger Thonerde.Niederschlag von wechselnder Zusammensetzung, löslich in Säuren undkaustischem Kali.

Das unter dem Namen Wavellit bekannte Mineral enthält phos- WaTellltPoorsaure Thonerde mit Fluoraluminium. Ein ähnliches, phosphorsaure mTonerde enthaltendes Mineral ist der Kalait, dessen schön gefärbte

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