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1 (1871) Lehrbuch der anorganischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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492 Metalle.

zu bilden. Sie sind mit den Kalisalzen isomorph. Die Ammoniaks»haben grosse Neigung mit anderen Ssuerstoffsalzen Doppelsalze zu buPlatinchlorid fällt daraus einen gelben Niederschlag von AmmomPlatin chlorid.

Die Ammoniaksalze finden sieh in der Natur ziemlich verbreite -

in der Luft, im Schnee- und Regenwasser, im Seewasser, gewissen

Kohlen-saures

Mine-ralwässern, im Steinsalz gewisser Salinen, in der Dammerde und übeda, wo stickstoffhaltige thierische Stoffe: Leichen , Excremente, in * 8niss und Verwesung übergehen. Ueber die Bildungsweisen der Amniaksalze vergl. die Bildung des Ammoniaks (S. 156). Eine sehr geW°liehe Bildungsweise des Ammoniaks in Form von kohlensaurem Am ,niak ist die trockene Destillation stickstoffhaltiger thierischer Stofledie Fäulniss des Harns. Die wichtigeren Ammoniaksalze sind folgend 6

Neutrales kohlensaures Ammonium. DiammoniumcarbonImmoniu». (N H 4 ) 2 C 2 0 6 + 2 aq. oder (NH 4 0) 2 ,C 2 0 4 + 2 aq. oder (NH^eJ-f- H 2 0. Feine, seidenglänzende, stark ammoniakalisch riechende Krysmasse, sehr leicht löslich in Wasser, schwierig in Alkohol, an der ^sich ausserordentlich rasch unter reichlicher Ammoniakentwickelung zsetzend; dabei verlieren die Krystalle ihren Glanz und werden zugiefeucht, wobei sie in saures kohlensaures Ammonium übergehen. Bei glindem Erhitzen in einem verschlossenen Gefässe schmelzen die Kryst aund liefern endlich ein Sublimat.

Man erhält dieses Salz durch Einwirkung von Ammoniak aufnachstehend beschriebene.

Anderthalb kohlensaures Ammonium. An1moniumsesCj.11carbonat: 2([NH 4 ] 2 C 2 0), C 2 0 4 oder 2 N H 4 0, C 2 0 6 2 ([N H 4 ] 2 &>0 2 . Weisse, durchscheinende, an der Luft leicht verwitternde °undurchsichtig werdende, nach Ammoniak riechende Krystallm» 8 'schon bei gelinder Wärme sich vollständig und unzersetzt verflüchtigeIn Wasser leicht löslich. An der Luft oder in schlecht verwahrten "fassen verwandelt es sich unter Verlust von Ammoniak in zweif aCkohlensaures Ammoniak oder saures kohlensaures Ammom UI(NH 4 )H, C 2 0 6 , grosse, farblose, rhombische Prismen.

Das anderthalb kohlensaure Ammonium ist das kohlensaure Amoniak des Handels und der Pharmacie {Ammonium cartonicuw), * lwird unrein durch trockene Destillation von stickstoffhaltigen T«i eStoffen: Hörn, Klauen, Hufen, Lederabfällen, gewonnen. Das so geW°,nene, durch brenzliche Oele verunreinigte Salz führt in der Pharm a °die Namen: Säl cornu cervi völatile, Hirschhornsalz, oder AmmOH ltcarbonicum pyro-oleosum und wird zu ärztlichen Zwecken auch w ° .künstlich, durch Vermischen von reinem kohlensauren Ammonium übrenzlichem Thieröl bereitet.

Rein erhält man das kohlensaure Ammonium durch Sublimation ei D _Gemenges von 1 Thl. Chlorammonium und 2 Thln. kohlensaurem K»

Sal cornucervi

völatile.