Druckschrift 
1 (1871) Lehrbuch der anorganischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
Entstehung
Seite
200
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

I

200

Metalloide.

Eigen-schaften.

LiquidesChlor.

Chlor-waeaer.

losen, stinkenden, giftigen, in Wasser löslichen Gase, welches L a . .,röthet, mit bläulicher Flamme brennbar ist und sich in der wässe'W

S*

»

Lösung allmählich zersetzt. Man erhält es durch Einwirkung vonsäure auf Tellurkalium: (K Te + II Cl = K Cl + H Te).

Mit den Metallen vereinigt sich das Tellur zu Tellurmetallen, lCharakter dem der Schwefel- und Selenmetalle vielfach analog ist. öVerbindungen mit Wismuth, Blei, Silber und Gold bilden interes 8 'Mineralien.

Chlor.

Symb. CL Verbindungsgewicht = 35,5. Atomgewicht Cl = 35,5. M« 1 '*,.;.gewicht Cl Cl = 71. Volumgewicht (speeif. Gewicht, Wasserstoff == '/' ., t ,i"Specif. Gewicht (atmosph. Luft=l): 2,458 berechnet, 2,41 gefunden, -f 1 '"''. j[i-flüssig: 1,38 ("Wasser ==' 1). Absol. Gewicht des Gases 1000 CC. = ' ,,|;wiegen bei 0° und 760 Mm. Barometerstand 35,5 Krith = 35,5 >< °'

= 3,1808 Grm.

tis«' 1 'Das Chlor ist ein Gas, welches sich durch sehr charakteris 1 .

Eigenschaften auszeichnet. Es ist nicht, wie die bis jetzt abgeba* 1 "' u

einfachen Gase: Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoif, farblos und g e ' .

los; sondern besitzt eine grünlich gelbe Farbe und einen durchdringt

r, ol

>rst 0 £

, fohend^Chl 0rs

in

erstickenden Geruch. Es übt auf die Respirationsorgane, auch J° jkleiner Menge eingeathmet, einen sehr nachtheiligen Einfiuss aus, e ,.Husten, Entzündung, Erstickungszufälle, in grösserer Menge Blutsp .und wirkt als ein sehr heftiges Gift. Das Chlor ist ein coerciM eS ..wird es nämlich bis zu 40° C. abgekühlt, oder bei gewöhnlicher (peratur einem Drucke von 4 Atmosphären ausgesetzt, so wird es z u J)dunkelgelben Flüssigkeit von 1,38 specif. Gewicht verdichtet, \vel c ' ie ,Wasser nicht mischbar ist, bei höherer Temperatur oder bei Auli' 6 ...udes Druckes wieder gasförmig wird, und bis jetzt auch bei einervon 110° C. nicht zum Erstarren gebracht werden konnte.

Das Chlorgas ist viel schwerer, als die bisher abgehandelte" Jfachen Gase, es ist nämlich 35,5 mal schwerer als Wasserstoffg aS \/nahezu 2 x /a mal schwerer, als atmosphärische Luft. Aus diesem "' jjkann es auch in leeren Glasflaschen aufgefangen werden, bis aul qBoden man die Leitungsröhren führt. In Wasser ist das Cbloi'S*, (,nicht unbedeutender Menge löslich. Bei einer Temperatur von * .jnimmt 1 Volumen Wasser nahezu 3 Volumina Chlorgas auf. Die L° m

des Cblorgases in Wasser führt den Namen Chlorwasser, Aqua

und besitzt Geruch und Geschmack des gasförmigen Chlors. Die ^ 0 ''^i

'"V

keit des Chlorgases in Wasser nimmt mit der Erhöhung der Tefflp 1des letzteren ab. Wird das Chlorwasser bis zu 0° abgekühlt, oder^man in Wasser von einer Temperatur unter -|- 8° C. Chlorgas eJbildet sich ein krystallinischer Körper, eine chemische Verbindui'e

N es ,cs Wir

Kfih,