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1 (1868) Lehrbuch der anorganischen Chemie
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413
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Allgemeine Betrachtungen. 413

5. Directe Einwirkung des activen oder ozonisirten Sauerstoffs.Die Metalle werden dabei gewöhnlich in die höchsten Oxydationsstufenübergeführt, die sie bilden.

Die Metalloxyde sind alle ohne Ausnahme feste Körper, im Uebrigen ui ge „-aber von sehr verschiedenen physikalischen Eigenschaften. Die meistensind in Wasser unlöslich und kein einziges besitzt metallisches Aussehen ;gewöhnlich sind es weisse oder gefärbte Körper von erdigem Ansehen.Daher der alte Name Metallkalk für die Metalloxyde.

Viele Metalle verbinden sich mit Sauerstoff in mehreren Verhältnissen.

Wie bereits oben bemerkt, kann sich ein Metall in mehreren Ver-hältnissen mit Sauerstoff zu verschiedenen Oxyden vereinigen, deren Cha-rakter ein ebenfalls verschiedener ist, so dass ein Metall sogenannte ba-sische, indifferente, salzartige, unbestimmte Oxyde und Säureanhydridebilden kann. Ein Beispiel hierfür liefert das Mangan, wie nachstehendesSchema zeigt:

Mn 0 = Manganoxydul...... starke Basis.

Mn 2 0 3 = Manganoxyd....... schwache Basis.

Mn,j0 4 = MnO,Mii ä O ; iManganoxyduloxyd salzartiges Oxyd.

Mn 0 2 = Mangansuperoxyd..... indifferentes Oxyd.

Mn Oj = Mangansäure....... Säureanhydrid.

Mn 2 0 7 = Uebermangansäure..... Säureanhydrid.

Die Superoxyde der Metalle sind dadurch ausgezeichnet, dass siedurch blosses Erhitzen oder unter Mitwirkung von Säuren einen Theilihres Sauerstoffs abgeben und dadurch in niedrigere, beständigere Oxydedes Metalls verwandelt werden.

Allen Metalloxyden kann man den Sauerstoff wieder entziehen und Reductionsie wieder in regulinische Metalle verwandeln. Den Process dieser Zu- oxydo.°rückführung der Metalloxyde in Metalle nennt man Reduction, unterwelchem Ausdrucke übrigens die Wiederherstellung der Metalle auch ausanderen Verbindungen derselben (mit Schwefel, Chlor ete.) verstandenwird.

. Nicht allen Metalloxyden kann der Sauerstoff gleich leicht entzogenwerden und man unterscheidet zwischen leicht und schwer reducirbaren.Die Wege, auf welchen die Reduction der Metalloxyde erfolgt, sind nach-stehende :

1. Erhitzen der Metalloxyde für sich, wobei sie ganz einfach in Arten derSauerstoff und Metall zerfallen. Zu diesen leicht reducirbaren Oxyden Eeduc,i0B -gehören die der edlen Metalle: des Goldes, Silbers, Platins und Queck-silbers. Da diese Metalle im oxydirten Zustande den Sauerstoff schondurch blosses Erhitzen verlieren, so schliesst man, dass ihre Affinitätzum Sauerstoff eine verhältnissmässig geringe ist; diese Ansicht wird nunauch dadurch unterstützt, dass sie sicli verhältnissmässig schwierig mit