Wasser.
100
Wasser in die Blase einzufüllen. Die durch das Schlangenrohr streichendenDämpfe werden daselbst, da ersteres stets vom kalten Wasser umgeben ist, abge-kühlt, verdichtet und fliessen aus der Mündung a als destillirtes Wasser in dasdarunter gestellte Gefäss C. Um Brennmaterial zu sparen, wird das bei 0 abmes-sende warme Kühlwasser zur Speisung der Destillirblase benutzt. Destillirblase,Helm und Schlangenrohr müssen inwendig gut verzinnt sein.
Eine sehr bemerkenswerthe Anwendung, welche man in der praktischen Chemie W asser -vom Wasser macht, ist die Einrichtung der sogenannten Wasserbäder. DieseApparate dienen dazu, Flüssigkeiten, welche feste Stoffe aufgelost enthalten, abzu-dampfen und dadurch nach Verdampfung des Wassers die gelöst gewesenen Stoffein fester Form wieder zu gewinnen. Sind diese Stoffe derart, dass sie sich beieiner 100° C. übersteigenden Temperatur zersetzen, so darf das Abdampfen nichtüber freiem Feuer vorgenommen werden, wo die Temperatur leicht hoher steigt,auch können auf diese Weise, indem dabei die Flüssigkeit in lebhaftes Kochenkommt, durch Aufspritzen Verluste entstehen, die namentlich bei quantitativepAnalysen aufs Sorgfältigste zu vermeiden sind. In diesen Fällen benutzt man zumAbdampfen die Wasserbäder. Es sind dies in ihrer einfachsten Construction kupferneKesselehen mit übergreifendem Rande und von der in Fig. 39 abgebildeten Form.Beim Gebrauche werden dieselben mit Wasser nahezu gefüllt, in einen passendenDreifuss gestellt, mittelst einer Weingeist- oder Gaslampe erwärmt und nun diePorzellanschale mit der abzudampfenden Flüssigkeit auf das kupferne Kesselehen
Fig. 3!).
gestellt. Da eine siedende Flüssigkeit die constante Temperatur ihres Siedepunktesbeibehält, so lange sie nicht gänzlich verdampft ist und das Wasser bei 100° C.siedet, so kann die Temperatur des Wassers im Wasserbade auch nicht höher stei-gen und die darauf gestellte abdampfende Flüssigkeit kann auch nicht heisserwerden. Fig. 40 versinnlicht die ganze Vorrichtung.
Die elektrolytische Zersetzung des Wassers veranschaulicht man am bestendurch den von Buff angegebenen Apparat, Fig. 41.
Der Glascylinder^t ist mittelst einer übergreifenden Mctallfassung geschlossen,in der sich fünf Oeflhungen befinden. Durch die Oeffnungen c c gehen die Hälseder sich stark verjüngenden Glasglocken ab, die durch die Hähne dd geschlossenwerden. Durch die Mündungen ee sind Glasröhren eingesetzt, die die Poldrähtehh aufnehmen, welche sich in die Platindrähte// endigen. Ihr unterer geboge-ner Theil enthält etwas Quecksilber. Durch die Oeffnung g wird das zu zer-setzende mit Schwefelsäure angesäuerte Wasser eingefüllt. Werden die Poldrähtefflit einer galvanischen Batterie in Verbindung gesetzt, so entwickelt sieh am posi-tiven Polende der Sauerstoff und am negativen der Wasserstoff und zwar beträgtdas Volumen des Wasserstoffs genau das Doppelte von dem des Sauerstoffs. DurchOeffnen des Hahns dd kann man die Gase getrennt austreten lassen. Will mansie vereinigt austreten lassen, so kann man dies durch einen Bügelröhrenfortsatz
Elektrolyti-sche Zer-setzung des"Wassers.