Die Milz.
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und zu Exstirpationen au verschiedenen Thieren mit Erfolg aus-geführt worden. 1 ) Aber erst in neuerer Zeit, seit der Ausbildungder aseptischen Wundbehandlung, hat man ganze Serien von Exstir-pationsversuchen systematisch durchgeführt. Von neuesten Ver-suchen seien folgende erwähnt:
Guido Tizzoni 2 ) exstirpirte 18 Kaninchen, jungen und alten, dieMilz. Die längste Beobaclitungszeit dauerte 240 Tage. Er beo-bachtete keine Störungen. Bei den jungen Thieren war das Wachs-thum ungehemmt. Die entmilzten Thiere begatteten sich und zeugtennormale Junge.
Ebenso sah auch Koublow 3 ) Meerschweinchen die Exstirpationleicht ertragen, wachsen und sich fortpflanzen wie normale Thiere.
A. Dastbe 4 ) exstirpirte jungen Hunden, Katzen, Ratten und Meer-schweinchen die Milz und verglich ihre Wachsthumsgeschwindigkeitmit der normaler Thiere aus dem gleichen Wurf. Er fand keinenUnterschied. Die Beobachtung dauerte leider nur kurze Zeit — beiden Katzen höchstens 4 Monate, bei den Meerschweinchen, bis sieausgewachsen waren.
Es fragt sich nun, wenn die Thiere die Milzexstirpation über-leben, ob nicht Veränderungen in irgend welchen Functionen sichnachweisen Hessen. Insbesondere hat man Veränderungen in derBlutbildung erwartet: von den sehr zahlreichen Versuchen in dieserRichtung seien einige der neuesten erwähnt:
P. Emelianow 5 ) fand durch Versuche an Hunden, dass nachExstirpation der Milz die Zahl der rothen Blutkörperchen sinkt, dieder weissen steigt.
0. Vulmus c ) constatirte gleichfalls durch Versuche an Kaninchenund Ziegen, dass nach Exstirpation der Milz die Zahl der rothenBlutkörperchen um höchstens 20°/ n 'sinkt, dass diese Verminderung
1) Eine Zusammenstellung der ältesten Litteratur über Milzexstirpationenfindet sich bei G. Adelmann, Deutsche Klinik. 1856. S. 183.
2) G. Tizzoni, Archivio per le scienze mediche. Vol. 8. No. 13. p. 255. Ke-ferirt in Arch. italiennes de biologie. T. 6. p. 103. 1884.
3) Kuhlow, Vratsch 1889. No. 23, 24 u. 1892. No. 19. (Russisch.)
-1) A. Dastrb, Comptes rendus soc. biol. 1893. p. 584 und Archives de Phy-siol. juillet. 1893.
5) P. Emeuanow , Arch. des sciences biologiques. St. Pötersbourg. T. II.p. 157. 1893. Dort auch die frühere Litteratur citirt.
6) 0. VrxLPnrs, Beitr. z. Idin. Chir. Bd. 11. S. 684. 1894. Dort findet sichdie sehr umfangreiche Litteratur früherer Beobachter über die Einflüsse derMilzexstirpation auf die Menge der rothen und weissen Blutkörperchen zusam-mengestellt. Ferner findet sich bei Vtjlpiits auf S. 687 u. 688 eine Zusammen-stellung der Blutkörperchenzählungen an Menschen nach Milzexstirpation.