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Neue litterarische Beiträge zur mittelalterlichen Medicin
Entstehung
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Einleitung.

Die Königlich Preussische Bibliothek zu Erfurt, die sogen.Amploniana, besitzt einen sub fol. No. 270 asservirten, aus demEnde des 13. Jahrhunderts stammenden, relativ gut erhaltenen,83 Folioblätter starken Handschriftencodex, der ausser einemFragment der Chirurgie des Willi, von Saliceto, worüber ich ananderer Stelle bereits berichtet habe 1 ), einer Abhandlung desBernhard von Gordon über den Theriak 2 ), sowie mehreren klei-neren Schriften von Averrocs, Gerardus de Solo u. a. gleich zuAnfang des Sammelbandes noch eine in grossen gothischen Letternsolir deutlich geschriebene 35 Folioblätter umfassende, ziemlichcorrecte, mit 19 sauberen und colorirten Figuren ausgestattete,in vielen Beziehungen höchst merkwürdige Schrift über Augen-heilkunde 3 ) enthält. Das Verdienst, auf dieses Unicum zuerstaufmerksam gemacht zu haben, gebührt dem auch um die medi-cinisch - historische Litteraturforschung hochverdienten BerlinerPhilologen Herrn Valentin Rose 4 ). Leider hat im Gegensatz zu

') Vergl. Allgem. Med. Centralzeitung 1895 Nr. 37 u. 38.-) Veröffentlicht mit deutscher Uebersetzung in Pharmaceut. PostWien 181)4.

3 ) Vergl. den ausgezeichneten Katalog des am 16. Juni 1892 in Kielverstorbenen Professors der Geschichte Wilhelm Schum p. 178/179.

4) In einem in mehr als einer Hinsicht bedeutungsvollen Auf-satze im Hermes Bd. VIII p. 333 ff. über Ptolemäus und die Schulevon Toledo und zwar in einer folgendermassen beginnenden Fuss-note: „Ein merkwürdiges Beispiel will ich citiren, weil es zugleichein unbekanntes Buch betrifft, das ich zuerst in Erfurt (1855) kennengelernt habe. Der Verfasser nennt sich Alcoati. In den ersten 5