272 JONIPERUS COMMUNIS.
Blüthe und Frucht: Die Blumen treten in Kätzchen in den Blattachseln dereinjährigen Ästchen hervor; die Früchte reifen erst im Herbste deszweyten lahres.
Aussaat: Das Aussäen geschieht auf gleiche Weise wie bey dem Getreide.Auch soll die Vermehrung durch Stecklinge bewirkt werden können.
Höhe: Als Strauch, wo dieses Gewächs seine Zweige sehr ausbreitet, so dafses dieselben ^oft auf den Boden hinstreckt, erlangt es keine sonder-liche Höhe; als baumartiger Strauch erhebt es sich bis zu zehn oderfünfzehn Fufs; und als Baum wird es in gutem Boden zwanzig bisvierzig Fufs hoch.
Alter: Vierzig bis sechzig Iahr und darüber.
Nutzen: Wenn gleich dieses Gewächs als Strauch in den Forsten nur lä-stig wird, indem es nutzbareren Holzarten die Nahrung entzieht, sokann man dennoch von ihm eine nützliche Anwendung in solchenGegenden machen, wo ein sandiger, der Sonne ausgesetzter Boden dieAnpflanzung oder den Anbau anderer Holzarten nicht so unmittelbarzuläfst. Man besäet solche Gegenden mit den Beeren dieses Gewäch-ses, und wenn es dann etwas herangewachsen ist, so lassen sich unterseinem Schatten und Schutze andre Holzarten, besonders Kiefern er-ziehen. In Gärten und gröfsern Anlagen zieht man den Wachholderals Baum an, wo er mit zur Verzierung dient, und auch zugleich denNachtigallen, Grasmücken u. dergl. Singvögeln, die den schädlichenInsecten nachstellen, Gelegenheit zum Nisten giebt. — Das Holz derhöhern Stämme, erhält fast die Härte eines Knochens, ist in der Dauerdem Cedernholze gleich, und wird von keinem Insect zerstört. Er wirddaher von Instrumentenmachern, Tischlern und Drechslern verarbeitet.Aus den frischen Beeren, die getrocknet zum Räuchern dienen, berei-tet man im Schwarzburgischen, wo sie in der Gegend von Arnstadt