Druckschrift 
2 (1820)
Entstehung
Seite
194
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CASTANEA VESCA.

Vaterland: Das südliche Deutschland, die Schweiz, Italien, Frankreich,Spanien, Portugal und der nördliche Theil von Asien und Amerika.

Boden: In einem guten Boden, der weder zu trocken noch zu nafs ist,wachst dieser Bamn hei uns sehr schnell hervor.

Bliitlic und Frucht: Die- Blumen entwickeln sich im Mai und Junius; dieFrüchte reifen im Herbste hei uns nur, wenn die Witterung gün-stig ist.

Aussaat: Das Aussäen kann man im Herbste unternehmen; jedoch, wennman gute Früchte erhalten will, bezweckt man die Vermehrung lieberdurch Pfropfen und Ableger*.

Höhe: Zwanzig bis dreifsig Fafs.

Alter: Fünfzig bis hundert Jahr.

Nutzen: Das Holz dieses Baumes, den Linne Fagus Castanea nennt, ist sehrdauerhaft, und wird daher in den Gegenden, wo er häufig vorkommt,als Bau- und Nutzholz gebraucht. Von den Blättern stopft man Bet-ten oder Matratzen, die aber die Eigenschaft besitzen, dafs sie, wennman sich auf ihnen herumwendet, ein starkes Geräusch machen, wefs-lialb sie -von den Franzosen Sprach- oder Parlementsbelten (Lits duparlement) genannt werden. Die Früchte, welche man Kastanien,echte Kastanien und auch Maronen nennt, sind, so wie auch ihrGebrauch, bekannt genug.

Erklärung der Kupfertafel.

Tab. 144, Ein blühender Zweig in, natürlicher Grxifse. a) Eine mannliche Blume ver»gröfsert, b) der fünfte Theil derselben von innen gesehen und noch stärker vergröT-sert, c) eine reife Frucht, die ans drei Nüssen besteht, welche von dem stachligen Kel-che eingeschlossen sind, in natürlicher Gröfse und eben so auch d) eine dieser dreiNüsse.