600 Chemie der thierischen Flüssigkeiten, Gewebe iiml Organe.
ten sind, um so grösser wird ihre Resistenz gegen Alkalien, so, dass dieZellmembranen mancher Hornbildungen in Kali geradezu unlöslich sind.Durch dieses Verhalten eignen sich die Alkalien, um die zellige Nattfder Horngewebe mikroskopisch nachzuweisen. Digerirt man Horngewebflängere Zeit mit concentrirter Kalilauge, so verwandeln sie sich in c meGallerte, welche in der starken Lauge in der Kälte unlöslich ist, wäschtman mit Wasser das überschüssige Kali we^j, so löst sich Alles zu eineralkalisch reagirenden Flüssigkeit; versetzt man diese mit wenig Essig"säure, so entsteht ein weisser käsiger Niederschlag, der bald zu einer zä-hen klebrigen Masse zusammenbackt. Giesst man die darüber stehen»*Flüssigkeit ab und fügt reines Wasser zu, so löst er sieh zu einer schiermigen Flüssigkeit. — Setzt man dagegen Essigsäure in kleinem Ueber-schusse zu, so entsteht ein Niederschlag, der Hornsubstanz und Essigsäureenthält, und sich weder in kaltem, noch warmem Wasser, noch in Alkoh°löst doch wird er beim Digeriren von Essigsäure aufgenommen; in deressigsauren Lösung bewirkt Ferrocyankalium einen halbdurchsichtig**flockigen Niederschlag; auch kohlensaures Ammoniak löst den dur«überschüssige Essigsäure erzeugten Niederschlag. Verdunstet man dlessigsaure Lösung zur Trockne, so hinterbleibt eine gelbe, durchsichtig 61zähe, in Wasser unlösliche Masse. Bei der Behandlung der Horngewebmit Alkalien entwickelt sich stets Ammoniak und es bildet sich Seh* 8felalkali; es wird demnach ein Theil des Schwefels der Gewebe denselbenbei dieser Behandlung entzogen. Es ist übrigens bemerkenswerth, «fl|Hörn, schon mit Wasser gekocht, deutliche Spuren von Schwei'elwasseistoff entwickelt.
Während Chevreul aus seinen Versuchen schliessen zu dürfe' 1glaubte, dass man der Wolle ihren Schwefelgehalt, ohne StruetiirveW'n'd 1 "rung, durch Behandlung mit Alkalien vollständig entziehen könne, W&Grothe zu dem Resultate, dass dies nicht der Fall sei und dass selb sdann, wenn unter Anwendung starker Alkalien, die Structur der W" 1völlig zerstört wird, der Rückstand immer noch etwas Schwefel entlud* 'Wahrscheinlich ist der Schwefel in der Wolle in einer doppelten I 01enthalten: in einer nur lockeren und einer sehr innig gebundenen, deGewebe selbst angehörigen.
Schmilzt man Horngewebe mit Kalihydrat, so erhält man uu*Entwickelung von Wasserstoff, Ammoniak und anderen flüchtigen " rdueten Leucin, Tyrosin und flüchtige Fettsäuren.
In vieler Beziehung abweichend von dem allgemeinen chemis""Verhalten der Horngewebe ist das der Krystalllinse, welche sich B»Juorkryataii- ih ren histologischen und namentlich histogenetischen Beziehungen, anepithelialen Bildungen anschliesst.
Die Hauptmasse der Linse besteht aus eigenthümlichen Fasern,an bestimmten Stellen Kerne führen. Diese Fasern sind wenigsten^den äusseren Theilen der Linse deutliche Röhren mit einem zähen eiw elartigen Inhalt, der beim Zerzupfen derselben in Tropfen oder Klump 0
Allgemeines
chemisches
Verhalten
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diein