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128 Zweiter Abschnitt. — Chem. Bestandtheile d. Thierkörpers.
strahl stärker nach links üb, wie Albutninlösungen. Die Ablenkung in schwachalkalischer Lösung beträgt für gelbes Lieht — 76° speeif. Drehung.
Das Casein scheint mit Hasen und Säuren stüchiometrisehe Verbindungen ein-gehen zu können (Lieberkühn, Millon und Commaille).
Kaliumplatincyanür erzeugt in Caseinlösungen einen Niederschlag, der 11,25 Proc.Platin /hinterlässt. Albumin in gleicher Weise gefällt, giebt 5,54 Proc. Platin.Berechnet man daraus das Atomgewicht des Casein zu 806, so ist jenes des Al-bumins 1612, demnach genau noch einmal so gross (S c h w ar zenb ach).
DasFiltrat von dem beim Kochen neutraler Eieralbuminlösungen entstehendenCoaguluni enthält ein dem Casein ähnliches Alkalialbuuiinat, wahrscheinlich wäh-rend des Kochens durch .Spaltung von Salzen unter Bindung des Alkalis an Al-bumin entstanden. Künstliche Verdauungsflüssigkeit bewirkt bei 40° eine ähnlicheSpaltung unter Freiwerden der Säure (J. C. Lehmann, v. Wittich).
Die lösliche Modifikation des Caseins eingeäschert, giebt eine alkalisch reagi*rende Asche, während die unlösliche (das geronnene Casein) eine neutral reagi"rende, kohlen- und phosphorsauren Kalk enthaltende Asche giebt.
Vergleicht man das über das ehemische Verhalten des Caseins Angegebene mitdem, was von dem Verhalten des Alkalia lbuminats, oder von mit etwas Al-kali versetzten Albuminlösungen bekannt ist, so zeigt sieh eine mehr oder mindervollkommene Uebereinstimmung, wie Lehmann gezeigt hat. Als wesentlichesCharakteristicum der Caseinlösungen glaubte man bis auf die neueste Zeit die Ge-rinnung durch Laab ansehen zu dürfen, allein Lehmann hat angegeben, dass,wenn man Alkalialbuminat etwas Milchzucker und eine Spur öliges Fett zu-setzt, durch Laab eine der Milchgerinnuug ganz ähnliche Coagulation nach 2-bis 4stündiger Digestion bei 30° bis 40" C. eintritt. umgekehrt kann unterZusatz gewisser Stoffe reines Casein in eine bei 60° bis 70° C. coaguürbare albu"minähnliche Materie umgewandelt werden. Endlich ist noch zu erwähnen, dassnach meinen Beobachtungen Caseinlösungen durch Ozon nach einer gewissenDauer der Einwirkung in der Art verändert werden, dass sie beim Erhitzenwie Albumin gerinnen und durch Essigsäure nicht mehr gefällt werden. Bei fort-gesetzter Einwirkung des Ozons entsteht ein dem aus Albuminlösungen erhaltenenganz ähnliches peptonartiges Product.
Voi Kommen
"Vorkommen. Das Casein ist ein wesentlicher Uestandtheil derMilch aller Säugethiere. Mit dem Casein in ihrem Verhalten mehr oderweniger übereinstimmende Albuminate wurden ausserdem im Blute (Pa-oum's Serumcasein), im Eidotter, im Interstitialsafte der mittleren Arte'rienhaut, des Zellgewebes und Nackenbandes, in allen contractilcn, coD"tractile Faserzellen enthaltenden Geweben, in dem parenchymatösen Saftßder Thymusdrüse, in der Allantoisflüssigkeit,— und pathologisch in meh-reren serösen Transsudaten nachgewiesen. t
Der Caseingehalt der Milch betragt durchschnittlich 3 bis 5 Proß.
13) Protsäure. — Unter diesem Na.....n beschrieb Limpricht ein aus tt e '
Fleischflüssigkeit von Fischen durch Säuren gefälltes Albuminat, welches sich »"weissen voluminösen Flocken abschied und getrocknet die Eigenschaften der ff"trockneten Albuminate überhaupt zeigte. Geglüht liintcrliess es keine Asche.
In kaltem Wasser ist die Protsäure kaum, in kochendem langsam löslic' 1 'Die Lösungen werden beim Eindampfen zuletzt gallertartig und hinterlassen ein 8 "leimähnlichen Rückstand. In verdünnter Essigsäure, Salzsäure, Schwefelsäure, k» tt '