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Brustkasten legte, man nicht bloss den sehr starken, unregel-mässigen Herzschlag, sondern selbst die zuckende Bewegung,die das Herz bei jeder Zusammenziehung macht, deutlichfühlen konnte. Da weder die Digitalis noch andere Mitteleine wohlthätige Wirkung auf dieses Herzleiden äusserten; sorieth ich dem Vater, sein weniges Geld nicht zwecklos in dieApotheke zu tragen, sondern nur dafür zu sorgen, dass derKranke nicht durch körperliche Anstrengungen sein Uebel ver-schlimmere. Ich gab ihm den Trost, das Herzleiden könnemit der Ausbildung des Körpers durch die Zeit von selbstbesser werden.
Zu der Zeit, da der Junge in die Militairconscription fiel,erschien der Vater wieder bei mir und verlangte ein Zeugniss"ber dessen Krankheit. Statt eines Zeugnisses gab ich ihm<len Ralh, er solle den Jungen auf seinen Ochsenkarren laden,*0 nach G. fahren und den untersuchenden Militärärzten in'Seinem Namen erklären: ich habe ein Zeugniss verweigert,Weil wenn sie sich die Mühe geben wollten, dem Jungen ihreHand auf das Herz zu legen, sie auf den ersten Griff seinev ollkommne Untauglichkeit zum Militairdienste ganz unzweifel-haft erkennen würden. Diese Herren waren auch so verständig,ihn für ganz untüchtig zu erklären.
Nun hörte ich in langer Zeit nichts mehr von ihm. ImJ ahre 1836 erschien er wieder bei mir, um für einen krankenVerwandten Rath zu suchen. Durch die Ausbildung seinesKörpers war er so verändert, dass ich ihn nicht mehr kannte;da er sich mir zu erkennen gab, schloss ich aus seinem ganzenAnsehen, dass es mit seinem Herzen viel besser bestellt sein^üsse als früher. Auf meine Frage nach seiner Besserung^ite ich nun Folgendes. Er habe, sagte er, meinen Rath,al| e körperliche Anstrengungen sorgfältig zu meiden, treu be-folgt; sein Herztoben sei durch die Zeit allmählig minder ge-worden, die Fortschritte der Besserung jedoch so unmerklichgewesen, dass er unmöglich einen bestimmten Zeitpunkt auf-fallender Besserung bezeichnen könne. Jetzt treibe er schonwieder ein paar Jahre die Feldarbeit, hüte sich jedoch dabeiVor grosser Anstrengung und vor grosser Eile. — Da ich ihmd' e Hand auf das Herz legte, fühlte ich allerdings, dass es