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gewöhnlich die Weise solcher von der Erkrankung eines Or-gans abhängenden Schleichfieber ist.
Der zweite Fall, den ich bald darauf, gleichzeitig mit demerzählten zu behandeln hatte, betraf eine ältliche dienendeJungfer, deren Gesicht bräunlich, wie das einer Spanierinnoder Italienerinn aussah, und die behauptete, diese Gesichts-farbe habe sie immer gehabt. Sie litt am Schleichfieber,klagte über widrige Gefühle im Epigastrio, die Füsse warenbis zu den Knien geschwollen, der Bauch voll Wasser, und,was das Schlimmste, sie haue schon seit einem Monat schmerz-losen Durchlauf, 8 bis 10 Entleerungen in 24 Stunden, dersehr sparsame Harn war klar und goldfarbig, also nur um eineSchattung dunkler als der normale, übrigens ordentlich sauer.
Da ich durch die Ausfragung keine deutliche Nachrichtüber die erste Entstehung dieser Krankheit erhalten konnte(solche Organerkrankungen beschleichen die Menschen oftgenug ganz leise und unmerklich), auch nicht einmahl eineVermuthung über die Natur derselben hatte, die Form derKrankheit aber, das Leberleiden, ganz unverkennbar war, sogab ich als Probemittel zuerst das Quassiawasser, weil mirdieses am öftesten in Hydrope hepatico treffliche Dienste ge-leistet, ich mithin als Verstandesmensch nicht anders handelnkonnte!
Nachdem vier Unzen verzehrt waren , und ich nicht diemindeste wohlthätige Wirkung auf den Durchlauf und dieHarnentleerung gewahrte, so begriff ich, dass hier die Wasser-sucht nicht von einer Quassialeberkrankheit abhänge, sonderndass die Leberkrankheil anders naturet sein müsse. Es han-delte sich also jetzt darum, diese unbekannte Natur weiterzu erforschen, und zu dem Ende gab ich fünfmahl tags achtTropfen Brechnusswasser. Ich sah jetzt eine gute Wirkung,der Durchlauf minderte und die Harnabsonderung vermehrtesich. Da jedoch nach 10 Tagen das Fortschreiten zur Bes-serung immer zauderhaft blieb, so verminderte ich die Gabedes Brechnusswassers nach und nach bis auf vier Tropfenfünfmahl tags. Sobald ich bis auf diese geringe Gabe gekom-men war, Hess der Durchlauf nach, und die Harnabsonderungvermehrte so, dass Bauch- und Zellgewebe bald ganz frei von